12. Mai 2014

Auf das Vertrauen, was kommt...

Oft gibt es Situationen im Leben, an denen man an einem Punkt ist, wo eine Entscheidung getroffen werden muss. Oft sind es vielleicht unbedeutende und belanglose Situationen, in den die Entscheidung schnell und eindeutig gefällt werden kann. Manchmal sind es aber Momente, in denen eine Entscheidung den Werdegang des weiteren Lebens oder zumindest der nächsten Zeit bedeuten kann.
Auch dort ist es wieder unterschiedlich, wie man damit umgeht.

Ich persönlich bin ein Mensch, der in solchen Situationen grundsätzlich befürchtet, sich falsch zu entscheiden. 
Oft bekomme ich dann von meinen Mitmenschen gesagt, ich solle mir nicht so viele Sorgen machen. Ich solle das tun, was am Vernünftigsten ist und somit öfter mal gegen mein Bauchgefühl entscheiden.
Sie sagen, es wäre ja nicht schlimm, wenn es sich herausstellt, dass es der falsche Weg war, da man oft genug diesen Weg wieder zurückgehen kann.
Aber ganz so einfach, wie mir diese Menschen versuchen, es zu vermitteln, ist es für mich nicht.




Wieso nicht? 


Weil ich ein Mensch bin, der 100% zu seinen Entscheidungen steht, wenn er diese einmal getroffen hat. Sollte sich dann im Nachhinein herausstellen, dass man mit dieser Entscheidung auf die Nase gefallen ist, dann heißt es für mich "Augen zu und durch" und nicht "och, dann geh ich eben wieder zurück".

Jetzt ist es aber bei mir so, dass es sich um ein Jobangebot handelt. Ein lukratives, langfristiges Jobangebot.
Es wäre dämlich von mir, dieses abzulehnen. Gerade, weil ich nun schon längere Zeit auf der Suche bin und somit froh bin, wenn ich endlich diese Suche beenden kann.
Nun war es auch noch so, dass ich mich vor knapp einem Jahr bei diesem Arbeitgeber beworben hatte. Ich hatte ein Vorstellungsgespräch, einen Tag Probearbeit und mehrere Telefonate mit dem stellvertretenden Geschäftsführer des Unternehmens. Er war begeistert von mir und hätte mich, nach eigenen Angaben, direkt eingestellt. Leider ist es zu Beginn nicht zu einer Einstellung gekommen, da der eigentliche Arbeitgeber sich für eine andere Bewerberin entschieden hat. 
Nun... ein Jahr später meldete sich der stellvertretende Chef erneut bei mir und fragte kleinlaut, ob ich noch auf der Suche wäre. Er erläuterte, dass die Dame, die sie zuvor eingestellt hatten, wohl nicht geeignet für die anfallenden Arbeiten sei und er nun dafür weiterkämpfen möchte, mich einzustellen.
Wir redeten eine Weile und verblieben mit einem Termin für ein weiteres Treffen.
Um das Ganze abzukürzen: Mir wurde nun diese Stelle angeboten und ich habe zugesagt. 
Ich werde also in näherer Zukunft in diesem Unternehmen meine Arbeit aufnehmen.
Das Beste daran ist jedoch, dass ich schon beim ersten Vorstellungsgespräch ganz offen von meiner gesundheitlichen Einschränkung gesprochen habe. Ich habe den Herrschaften erklärt, was dies für mich und die Arbeit bedeutet. Wie es sich äußert und womit sie zurechnen hätten.
UND... es war überhaupt kein Problem für beide. Selbst beim letzten Treffen, nach einem Jahr, habe ich sie erneut darauf aufmerksam gemacht und noch immer teilten sie mit, dass dies überhaupt kein Problem sei.

Was ist also nun so schwierig daran?
Mein Bauchgefühl hat mir die ganze Zeit vermittelt, dass es vielleicht doch nicht die richtige Entscheidung sein könnte?! Des Weiteren habe ich noch zwei Bewerbungen offen, auf die ich große Hoffnungen gesetzt hatte. 
Und noch immer hoffe ich auf eine Zusage, bei einem der beiden Arbeitgeber.
Alle sagten mir, ich solle erstmal den Arbeitsvertrag unterzeichnen und könnte ja noch immer dann wechseln, sollte sich etwas anderes ergeben.
Aber all das sagt sich so leicht... und klar, ich müsste diesbezüglich egoistisch sein. 
Jedoch ist es für mich nicht ganz so einfach... ich fände es dem Arbeitgeber nicht fair gegenüber. Sie suchen jemanden auf Dauer, da die Einarbeitung sehr lange dauert und wohl ziemlich kostenintensiv sei. 
Und gerade das würde es mir furchtbar schwer machen, alles hinzuwerfen und zu sagen "tja... war ja nett hier bei Ihnen, aber ich bin dann mal weg?!" .
Wenn ich mich für jemanden entscheide (sei es beruflich oder privat), dann bin ich voll und ganz bei der Sache. Halbherzig irgendetwas anzugehen, passt einfach nicht zu mir.

Was werde ich also nun tun?
Ich werde den Vertrag unterschreiben, lasse beide weiteren Bewerbungen laufen und warte ab, was passiert. 
Sollte es wirklich dazu kommen, dass einer der anderen beiden Arbeitgeber mich einstellen möchte (wobei die Wahrscheinlichkeit ziemlich gering ist, da die Bewerberanzahl ziemlich hoch sein wird), werde ich mir ernsthaft darüber Gedanken machen müssen, was ich tun möchte.
Ich versuche nun einfach darauf zu vertrauen, dass das, was ich tue, schon richtig sein wird.
Es ist vernünftig. Und das ist wohl erstmal das Wichtigste.
Ob ich am Ende damit glücklich werde, wird sich mit der Zeit zeigen.
Aber ein Versuch ist es wert...
Und ob sich in diesem Fall herausstellt, dass eine Vernunftsentscheidung besser war, als eine Bauchentscheidung bleibt abzuwarten. 

In diesem Sinne...

L.H.P.

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