7. Mai 2014

Die Angstskala

Immer wieder habe ich in meinen vorherigen Posts davon geschrieben, dass es noch einer weiter Weg für mich ist, bis ich von einer Besserung sprechen kann. 
Die meisten Leser werden sich darunter sicher nicht viel vorstellen können, was genau dies bedeutet. 


Da ich heute (nach ca. 8 Wochen) es endlich geschafft habe, den Papierkram aus der Reha wegzuheften, bin ich natürlich auf das ein oder andere Arbeitsblatt gestoßen, welches für meinen Blog interessant sein könnte.
Auf einem dieser Blätter habe ich eine Skala aufgezeichnet...



Der Therapeut in der Rehaklinik gab mir an einem Tag die Aufgabe, alle Alltagssituationen (außerhalb meiner Wohnung), die mir spontan einfallen, dort einzutragen. Wichtig war allerdings, dass die Skala von 0% - 100% angelegt ist und die Alltagssituationen dort nach Intensität der Angst eingetragen werden.

Und damit man sich nun vorstellen kann, wie meine Angst strukturiert ist, gibt es nun meine Angstskala:


Wie man sieht, sind dort hauptsächlich Situationen vermerkt, die für jeden "normalen" Menschen, keinerlei Herausforderung darstellen.
Für mich ist doch jede einzelne aufgelistete Aktivität mit innerlicher Anspannung, Unruhe und Angst behaftet.
Da ich jedoch den meisten Situationen nicht aus dem Weg gehen kann (und möchte!!!), ist es ein täglicher Kampf. 
Allerdings kann ich auch behaupten, dass die Situationen, die ich nun vermehrt aufsuche und "überstehe", nach einer Weile viel unproblematischer aufzusuchen sind, wie noch vor Monaten.
Wenn ich mich auf dieser Skala nun einsortieren müsste, würde ich behaupten, dass ich mich aktuell auf 35 / 40 % befinde. 
Das heißt, dass alle Situationen unter 35 / 40 % für mich schon gut zu händeln sind und zwar eine Anspannung weiterhin besteht, jedoch diese nicht in wirkliche Angst oder Panik ausartet. 
Alle weiteren Situationen sind also noch etwas, was ich üben muss. 
Etwas, dem ich mich stellen muss. 

Natürlich kann sich die Reihenfolge der Aktivitäten innerhalb der Skala auch verändern, da ggf. die Intensität der Angst sich im Laufe der Zeit verändert. 
Somit ist dies zwar ein gutes Hilfsmittel, meine Angst graphisch darzustellen, ist jedoch nur eine Momentaufnahme, die schon in ein paar Wochen ganz anders aussehen kann.

Ich hoffe, diese Skala ist für alle gut verständlich und zeigt einmal auf, wie schwer es doch ist, seine eigenen Grenzen zu überschreiten und sich neue, aber eigentlich alltägliche Freiheiten wieder zu erarbeiten.

Soviel erstmal dazu.

In diesem Sinne...

L.H.P. 



Kommentare:

  1. Hallo,

    so eine Angstskala ist eine interessante Idee. Vielleicht sollte ich mir so was auch mal anlegen, ich hab nämlich keine Ahnung, was meine Ängste so sind...

    LG

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Corujasowa,
      vielen Dank für deinen Besuch auf meinem Blog.

      Die Angstskala ist weniger dafürt geeignet, herauszufinden, wovor man Angst hat.
      Sie dient eher als Hilfsmittel dafür, herauszufinden, in welchen Situationen die Ängste auftreten und wie man die Intensität einstufen würde.
      Man könnte es als Routenplan bezeichnen ;)

      Liebe Grüße

      L.H.P.

      Löschen