21. Mai 2014

Regeln zum Umgang mit der Angst (Fortsetzung)

Heute gibt es mal wieder etwas zum Thema "Umgang mit der Angst".
In der Vergangenheit hatte ich bereits einen ähnlichen Blogpost dazu veröffentlicht (siehe hier), jedoch möchte ich das Ganze noch einmal aufgreifen, um dies neuen Lesern vorzustellen, mir selbst erneut ins Gedächtnis zu rufen und auch noch zu ergänzen.



Die meisten Angstpatienten kennen dieses Gefühl, dass während einer akuten Angstphase entsteht. Bei der akuten Angst treten Symptome auf, die veranlassen, sich über seinen Körper noch mehr Sorgen zu machen.


Das starke Herzrasen verursacht häufig bei den Betroffenen die Angst, man könnte einen Herzinfarkt bekommen und womöglich daran sterben. Andere fangen an zu Hyperventilieren und befürchten, zu ersticken und das Bewusstsein zu verlieren.
Egal, in welcher Form diese Symptome auftreten... man muss sich darüber im Klaren sein, dass es ein natürlicher, ungefährlicher Schutzmechanismus des Körpers ist.
Es ist zwar unangenehm, geht aber nach einer Weile auch wieder vorbei.

Das Schlimme ist, dass während einer verstärkten Angst der "was wäre, wenn..."-Gedanke sehr stark in den Vordergrund rückt. Man ist so sehr damit beschäftigt, davor Angst zu haben, was passieren könnte, dass man direkt vergisst, sich auf das "hier und jetzt" zu konzentrieren.
Wichtig ist, seine Gedanken immer wieder zur aktuellen Situation zurückzuholen.
Ich weiß... leichter gesagt, als getan.
Hilfreich kann dabei sein, sich immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass die eigentliche Angst (in den meisten Fällen!!!) vollkommen unbegründet ist und die Wahrscheinlichkeit, dass das Befürchtete eintritt, schwindend gering ist.

Unangenehm empfinde ich es, dass angeraten wird, in der Situation zu verbleiben.
Ich weiß, dass es schädlicher ist, aus der Situation zu flüchten, aber jeder, der einmal Angst hatte, weiß, wie leicht man dazu neigt, die angstbesetzte Situation verlassen zu wollen.
Aber wer es einmal geschafft hat, die Angst auszuhalten, bis der Körper wieder in seinen "Normalbetrieb" umschaltet, wird merken, dass das Befürchtete nicht eintreten wird. 
Und man wird stolz auf sich sein. Eventuell fix und fertig, aber stolz.

Regel Nummer 9 ist etwas, was gerade für mich wichtig ist. Schlagwort: Vermeidungsverhalten.
Ich gehöre leider zu den Menschen, die oft sagen "das kann ich nicht", "das geht nicht" oder "irgendwann klappt es vielleicht wieder".
Ich umgehe Situationen, die Angst auflösen könnten, statt dem Ganzen eine Chance zu geben.
Aber genau das ist falsch! Umso mehr man vermeidet, desto mehr füttert man die Angst. 
Der eigene Freiraum wird immer kleiner... manche Angstpatienten verlassen sogar kaum noch ihre Wohnung, weil sie zuviel vermeiden und ihnen der Mut fehlt, zu Versuchen.

Als ich Regel 10 gelesen habe, musste ich grinsen. Ganz ehrlich "Freuen Sie sich über auftretende Ängste"... im ernst??? 
Jeder, der panische Angst vor etwas hat, wird jetzt (wenn auch nur gedanklich) die Hand ins Gesicht schlagen. Wer bitte freut sich darüber, dass er Angst bekommen könnte?
Also im ernst... wer nicht gerade Extremsportler ist und die Gefahr sucht, ist über diese Art von Adrenalinausschüttung nicht sonderlich erfreut. Wer die ganze Zeit vermieden hat, wird sicher nicht nun händeklatschend in die nächste angstbesetzte Situation hüpfen und Popcorn essend darauf warten, dass endlich Action passiert?!

Ich würde vorschlagen, diese Regel nicht ganz so ernst zu nehmen und auf die nächste Regel überzuspringen.
Die 11te und somit letzte Regel empfinde ich als äußerst wichtig.
Man darf niemals vergessen, auf sich stolz zu sein. Selbst, wenn es mal Rückschläge gab.
Verständlich, dass man sich ärgert. Aber man darf sich nicht kleinkriegen lassen und sollte es ein anderes Mal erneut versuchen. Und selbst, wenn man aus der Situation flüchten musste und sich mehr erhofft hatte... 
... seid stolz auf euch. 
Darauf, dass ihr weiterkämpft. Darauf, dass ich bis heute nicht aufgegeben habt.
Darauf, dass ihr noch immer daran glaubt, dass es eines Tages besser sein wird.

Wir sollten alle (mit oder ohne Ängste) öfter einfach mal daran denken, stolz auf uns zu sein!

In diesem Sinne...

L.H.P. 

(Quelle: http://linsedition.com/tag/dont-panic/)


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