22. Juni 2014

Ansicht eines "schlechten Tages"

Wie man in meinem Blogeintrag "An Tagen wie heute..." lesen konnte, gibt es immer mal wieder Tage, die nicht so laufen, wie man es sich wünscht. Davon sind ja nun mal nicht nur Angstpatienten betroffen, sondern jeder Mensch. Aber gerade für Angstpatienten ist es häufig so, dass diese Tage als eine Art Rückschlag gewertet werden. Und wenn dann auch noch eine Panikattacke (wie z.B. in "Beispiel einer Panikattacke / Drogeriemarkt") hinzukommt, dann ist es für viele direkt ein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. 


Was hilft mir in solchen Situationen? 


Ganz klar... ich versuche die Situationen nicht schlechter zu sehen, als sie wirklich sind.
Es ist wichtig, wenn man versucht, diese Momente so zu betrachten, wie sie sind und nicht, wie man sie empfindet. Das heißt für mich....
... jeder Tag ist eine neue Chance, dass es besser werden kann. Jeder Tag ist anders, da das Auftreten der Angst viel mit der Tagesform zutun hat. Zumindest ist es bei mir so. 
Wenn Tag 1 nicht so verlaufen ist, wie erhofft, heißt das noch lange nicht, dass Tag 2 genau so schlecht läuft.
Es kann auch 50 Tage super und angstfrei laufen und plötzlich sind da 4 Tage, die schwierig und angstbesetzt sind. Man kann es vorher nicht wissen.
Daher ist es wichtig, sich nicht einzureden, dass man einen kompletten Rückfall hatte, nur weil ein Tag schwierig war.

Des Weiteren hilft mir, mich an die Tage zu erinnern, an denen ich kaum bis gar keine Angst hatte und die einzelnen Momente einfach genießen konnte. Dann frage ich mich "was war an diesem Tag anders, als heute?" und stelle fest, dass es mehrere Gründe gibt, die den aktuellen Tag so schwierig gestalten konnten.
Vielleicht war das Wetter schlecht, ich hatte mehr Stress, hatte Zeitdruck oder war einfach schlechter gelaunt. Abgesehen von der Tagesform spielen auch äußere Einflussfaktoren eine Rolle, die die Angst steigern können und somit einen "Rückschlag" bzw. einen schlechten Tag hervorrufen. 

Was ich damit sagen will...
... ein schlechter Tag sagt überhaupt nichts über den aktuellen Stand aus. Wenn man zuvor super Fortschritte gemacht hat, heißt ein schlechter Tag nicht gleich, dass man wieder von Vorne anfangen muss. Auch, wenn es 3-4 Tage (oder mehr) sind. Man sollte sich nicht davon entmutigen lassen, sondern versuchen, weiterhin positiv in die Zukunft zu sehen.
Ich weiß, dass das oft leichter gesagt ist, als getan. Ich kenne das selbst! Aber man sollte einfach versuchen, diese schlechten Momente so nüchtern wie möglich zu betrachten.

Wenn nötig, schreibt man sich einfach auf, was zu diesem schlechten Tag geführt haben könnte. 

Würde ich das tun, würde ich im Fall von "Beispiel einer Panikattacke / Drogeriemarkt" folgende Gründe finden, die diese Panikattacke hervorgerufen haben:
- Unnötige Warterei / zuviel Zeit zum Nachdenken
- ich war angespannt
- habe mich geärgert
- musste einen Parkplatz suchen, was mich noch mehr nervte
- viele unerwartete Situationen, die von meinem eigentlichen Plan abwichen
- stickige Luft
Ich glaube, ich würde noch mehr Gründe finden, die etwas dazu beigetragen haben, eine Panikattacke hervorzurufen. 

Also... bevor man alles direkt schlechtredet und meint, das man all die Fortschritte umsonst gemacht hat, sollte man eher versuchen, seine Sicht der Dinge etwas zu hinterfragen
Manchmal gibt es durchaus Erklärungen für sein Empfinden und sein Verhalten.
Also bleibt positiv!!!

In diesem Sinne...

L.H.P.

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