10. Juni 2014

Quartalssitzung Psychotherapie 02/14

Heute hatte ich ein Gespräch bei meiner Psychotherapeutin. 
Ja, es war mal wieder soweit, dass ich eines, meiner Quartalsitzungen in Anspruch genommen habe. (Was genau eine Quartalssitzung ist, kann man hier nachlesen)
Ob akut Bedarf bestand? Nein, eigentlich nicht.
Wieso ich dann trotzdem da war? Also...

(Quelle:http://psychotherapeuten.palverlag.de/psychotherapie.html)


 ...meine Therapeutin kennt mich ja nun bereits seit einigen Jahren und hat mich durch viele gute und auch schlechte Zeiten begleitet (ja, ich sollte sie heiraten?!). Nach der erfolgten Reha hatte ich bereits eine Sitzung, wo ich ihr von der Reha, den Fortschritten und den Rückschlägen berichtete. Nun waren wieder 3 Monate vergangen und natürlich soll sie weiterhin auf dem Laufenden gehalten werden. Seit der letzten Sitzung hat sich ja bei mir wieder einiges getan. Ich habe eine Qi Gong Gruppe gefunden, habe wieder ein paar Menschen aus meiner Umfeld gestrichen, werde bald eine neue Arbeit aufnehmen und habe weiterhin an dem gearbeitet, was ich während meiner Reha-Zeit gelernt habe. Mir war gar nicht bewusst, dass in der Zeit wieder so viel passiert ist. Ich war der Meinung, ich hätte bei der letzten Sitzung schon von der Qi Gong Gruppe berichtet, aber anscheinend lag die letzte Sitzung doch noch weiter zurück, als ich annahm.

Nun ja... ich warf ihr also alle neuen Informationen an den Kopf und sie notierte fleißig mit. Sie freute sich darüber, wie ich aktuell mit meiner Angst umgehe und darüber, was ich bisher alles gemeistert habe. 
Des Weiteren machte sie mich darauf aufmerksam, dass ich während meiner Erzählung in einem Nebensatz erwähnte, das ich mit meiner Qi Gong Gruppe auswärts essen war. Wieso das etwas Besonderes ist?
Also es war bisher immer so, dass ich solche Situation gemieden haben. Sie setzten mich stark unter Druck, machten mich nervös und vor allem fühlte ich mich unwohl, wenn es gerade mit Menschen war, mit denen ich wenig Kontaktpunkte habe. Auch die fremde, unbekannte Umgebung spielt da eine große Rolle. Also wäre so ein Essen mit der Qi Gong Gruppe eigentlich etwas, was ich im Normalfall gemieden hätte. Nicht in diesem Fall und anscheinend schien mir das im Nachhinein so wenig ausgemacht zu haben, dass ich es nur beiläufig erwähnte. Mir selbst war das gar nicht so bewusst, daher fand ich es gut, dass sie mich darauf noch einmal aufmerksam machte. 

Ich erzählte ihr ebenfalls von den Situationen, die ich in meinem Blogpost "Unnötige Körperreaktionen durch Erinnerungen..." beschrieben habe. Auch hier lobte sie mich dafür, dass ich so sachlich mit solchen Erfahrungen umgehe und sie fast schon von außerhalb benennen kann und wahrnehme. 
Natürlich bekam auch sie eine Kopie meines Entlassungsberichtes von der Reha-Klinik und die Information, dass ich vor kurzem die Dosis meiner Medikation erhöht habe. 
Daraufhin hinterfragte sie natürlich meine Beweggründe, die ich ihr ausführlich schilderte.
Auch hier konnte sie nachvollziehen, was ich versuche, damit zu bewirken und fand es gut, dass ich von mir aus die Medikation so einstelle, da es oftmals so ist, dass die Patienten dies vom Facharzt angeraten bekommen, sich selbst aber nicht so recht damit anfreunden wollen. 

Im Gespräch bzgl. meiner neuen Stelle gab sie mir mit auf den Weg, dass ich es ruhig angehen lassen soll. Ich solle mich selbst nicht unter Druck setzen und Schritt für Schritt das Ganze auf mich zukommen lassen soll.
Damit hat sie recht und diese Aussage zeigt nur, wie gut sie mich kennt. Ich neige wirklich dazu, mich selbst zu überfordern, weil ich schnellstmöglich soviel wie möglich erfassen, erlernen und bewältigen möchte. Bisher hat das auch immer gut funktioniert, nur setze ich mich damit selbst einem viel zu hohen Stresspensum aus, was in der Regel gar nicht nötig ist.
Da heißt es also zukünftig für mich "Handbremse anziehen". 

Ob mir das gelingt, wird sich dann zeigen.
Aber ich bin mir sicher, dass ich auch dazu in Zukunft etwas zu berichten haben.

L.H.P.

Kommentare:

  1. Ist doch schön, dass das, was vorher schwierig erschien, für dich jetzt schon normal ist!
    Ich verfolge deinen Blog jetzt schon ein Weilchen, und finde ihn sehr interessant.
    Da du dich ja mit solchen Sachen auskennst, könntest du vielleicht mal einen Post zum Thema "wie man einen guten/ den richtigen Therapeuten findet" machen?

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    1. Das mache ich gerne. Zumindest kann ich gerne von meinen Erfahrungen berichten.
      Vielen Dank für den Hinweis und natürlich auch, für das fleißige Lesen meines Blogs :)

      Liebe Grüße
      L.H.P.

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