25. Juni 2014

Wie hab ich das nur geschafft?

Nach dem die letzte Woche ja relativ schwierig für mich war, scheint es diese Woche wieder besser zu laufen. Ich bin immer wieder fasziniert, wie schnell sich das alles von einem Extrem ins nächste Extrem ändert. Letzte Woche war fast jeder Gang nach draussen mit Bedenken und Sorgen verbunden. 
Diese Woche ist es wiederum kaum bis gar kein Problem. 

Wie zuvor ja schon beschrieben, spielen ja viele Einflussfaktoren dabei eine Rolle. 
Ich versuche einfach, mich weniger zu stressen. Ich freue mich über das (bisher) gute Wetter und versuche nicht vorher, mir schon Sorgen um Dinge zu machen, die noch nicht eingetreten sind.
Oft klappt das ganz gut. Manchmal aber auch nicht so. Ganz unterschiedlich.
 
(Nein, das ist nicht mein Auto...)



Aber bisher war die Woche doch sehr "entspannt", was meine Angstgedanken und den Harndrang betrifft.

Was mich diese Woche motiviert, ist die Grundhaltung, mich über (kleine) Erfolge zu freuen. Mir bewusst zu machen, was bisher geglückt ist und was ich bisher alles schon "überstanden" habe.
Oft passiert es mir, dass ich zurückdenke und mich ernsthaft frage, wie ich so manche Situationen gemeistert habe?! Bei manchen Situationen weiß ich es wirklich nicht mehr. 

Wenn ich da an meine Ausbildungszeit denke. Ich begann meine zweite Ausbildung knapp ein halbes Jahr nach der damaligen Blasenentzündung. Ich brauchte 2 Monate, um wieder Autofahren zu können. Ich habe viele Wochen gebraucht, um einigermaßen meine Einkäufe im Supermarkt erledigen zu können. Und dann kam die Ausbildung. Der Ausbildungsbetrieb befand sich in meinem Geburtsort (18 km entfernt). Ich musste jeden morgen über die Autobahn und sehr sehr oft stand ich im Stau. Wie bitte hab ich das ausgehalten? 
Gerade zu diesem Zeitpunkt war meine Angst noch so akut... alles fiel mir schwer. 
Und dann sowas??
Meine Berufsschule war sogar noch weiter weg. Ich bin 2mal in der Woche 28km hin und 28km zurückgefahren. Autobahn, Stau, viele rote Ampeln.... wie bitte hab ich das geschafft? 
Es ist nicht so, dass ich mir das heute nicht mehr zutrauen würde. Aber wenn ich daran denke, wie schlecht es mir damals mit meiner Angst ging, verstehe ich wirklich nicht, wie ich das schaffte?!
Meine Abschlussprüfung habe ich auch in einer anderen Stadt abgelegt. 27km in eine andere Richtung.
27km... inklusive Autobahn, Landstraße, Tunnel, Nervosität, Angst und Harndrang... wie bitte hab ich das gemacht?

Wenn ich darüber nachdenke, bin ich einerseits stolz auf mich. Aber verwundert bin ich auch?!

Und genau an solche Momente erinnere ich mich, wenn ich so Tage habe, wie letzte Woche.
Tage, die mich runterziehen und ich wieder viel zu viel grübel.
Wenn ich dann an solche Situationen denke, die ich gemeistert habe, spreche ich mir selbst Mut zu und glaube dann auch, dass ich in Zukunft noch viel viel mehr schaffen kann.

Irgendwie wird das schon ....

L.H.P.

Kommentare:

  1. Läuft.

    Solche Gedanken solltest du dir gut merken. So habe ich mich motiviert beim Sport zu bleiben - einfach, dass ich wusste, dass ich es schon mal geschafft hatte. Einfach daran denken: Wenn du einmal weißt, wie du an dein Wunschziel kommst: Merken und für schlechte Zeiten: Ausführen.

    Klingt doof. Keine Ahnung ob es hilft. Aber besser als nix.

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  2. kann dich echt verstehen.. ahb zur zeit auch grade eine blöde phase..
    aber da kommt jeder wieder raus (:

    http://marinareyam.blogspot.de/

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  3. Das ist auf jeden Fall ein guter Ansatz! Nicht unterkriegen lassen und in weniger schönen Phasen an glückliche Momente denken. Klingt zwar leichter, als es ist, aber ich drücke dir die Daumen. :)

    Viele Grüße!

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    1. Ja, das versuche ich. Und vielen Dank fürs Däumchen drücken. Kann ich immer gut gebrauchen :-)

      Liebe Grüße

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  4. Oh, vielen lieben Dank für deinen langen Kommentar!
    Das tut mir leid, dass dein Tiger so früh gehen musste - ja, ich schreibe früh, weil ich glaube, dass es nie eine Zeit gibt, in der die eigene Katze gehen kann... besonders, wenn man miteinander aufgewachsen ist, ist das nochmals eine Nummer härter. Es freut mich allerdings zu hören, dass du wieder zwei Schätze hast! :) Es gibt wirklich nichts Besseres als Katzen.

    Das, was du in diesem Beitrag beschreibst, kann ich sehr gut nachvollziehen - und ich kann dich auch ermutigen, dich wirklich auf die kleinen Dinge zu konzentrieren. Ich habe leider, was psychische Störungen anbetrifft, auch schon Erfahrungen gemacht, und weiß, wie hart das sein kann. Mittlerweile kann ich mich schon etwas besser über solche kleinen Sachen freuen; heute zum Beispiel hat es mich zum Lächeln gebracht, dass zwei kleine Kinder vorbeigefahren sind und mich ganz lieb gegrüßt haben, oder dass ich eine streunende Katze entdeckt habe. :)) Und bei dir?

    Alles Liebe, Bella!

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    1. Hallo Bella,
      vielen Dank für deinen langen Kommentar :-)
      Ich bin immer wieder überrascht, wieviele Menschen mir die Rückmeldung geben, dass sie in der Vergangenheit oder auch aktuell mit psychischen Erkrankungen zutun haben/hatten.
      Eigentlich weiß ich ja, dass es viele Betroffene gibt, aber einfach viel zu wenig Menschen darüber offen sprechen. Aber wenn ich so liebes Feedback (wie von dir) bekomme, bin ich doch immer wieder erstaunt, wie verbreitet das alles doch ist?!
      Ich bin auch froh, wenn ich lese, dass es den Menschen trotz diesem Handicap sehr gut geht :)

      Ganz liebe Grüße

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  5. Ich finde es auch manchmal Wahnsinn wie schnell sich Dinge ändern können.In einem Moment ist man noch ganz nachdenklich und dann lässt eine Kleinigkeit einen wieder Lächeln und neuen Mut schöpfen.
    Ich denke jeder war bestimmt schon mal in so einer Phase,aber da findet man wieder raus auch du ;).

    Lg Nathalie
    http://chaos-n-beauty.blogspot.de/

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