28. Juli 2014

Krank ist krank!

Wie heißt es so schön? "Man lernt nie aus"... und genau so ist es.

Wenn ich mich zurückerinnere, habe ich während meiner Schulzeit und auch während meiner Zeit im Krankenhaus die Einstellung gehabt, dass ich nur in äußersten "Notfällen" fehlen darf. 
Gerade in der Schulzeit habe ich immer dafür gesorgt, dass ich KEINE Klausur verpasse. Selbst, wenn es mir richtig schlecht ging, habe ich mich zumindest für die Klausur zur Schule geschleppt und bin erst anschließend nach Hause gegangen, um mich auszukurieren.
Ich war immer der Meinung, dass die Note beim Nachschreiben automatisch schlechter wird. 


Im Krankenhaus war es dann nicht mehr ganz so schlimm, weil ich ja bedenken musste, dass ich bereits immungeschwächte Menschen schnell anstecken könnte, wenn ich krank zur Arbeit erscheine.
Aber während dieser Zeit hat sich mein Pflichtbewusstsein zumindest so gezeigt, dass ich mit Rücken-, Kopf- und Gelenkschmerzen zur Arbeit gegangen bin und trotz starker Schmerzen die Patienten gelagert und gehoben habe. Ich hätte einfach ein viel zu schlechtes Gewissen gehabt, zuhause zu liegen, während meine Kollegen mehr Arbeit und somit weniger Zeit für die Patienten hätten.

25. Juli 2014

Ich schreibe!

Schon als Kind liebte ich es, Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen. Nicht unbedingt in verbaler Form, sondern viel mehr liebte ich es, zu schreiben. Wie bereits in meinem Blogpost "Kindliche Zukunftsvorstellungen" beschrieben, habe ich mir als Kind eine elektrische Schreibmaschine gewünscht, auf der ich daher früh begann, eigene Geschichten zu verfassen. Komischerweise ging die Begeisterung für fiktive Geschichten im Laufe meines Lebens verloren. 

Durch die vielen Kontakte mit fremden Menschen, die ich während meiner Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin hatte, fing ich an, mich für die Geschichten der einzelnen Menschen zu begeistern
Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, seine eigenen Schicksale und seine eigenen Erfahrungen, die ihn eben zu dem Menschen machen, der er zum damaligen Zeitpunkt war bzw. heute ist.
Es ist faszinierend, was alles im Leben einer Person passieren kann und wodurch sich der Werdegang oftmals schlagartig ändert.
So, wie auch ich es erleben durfte/musste. 


Nun ja. 

22. Juli 2014

Selektion von Personen

Heute schreibe ich mal etwas über ein Phänomen, was nicht nur psychisch-erkrankte Menschen kennen.
Die Selektion der Personen, mit denen man sich beschäftigen möchte.

Einerseits gibt es da Menschen, die einem gut tun. Sie motivieren, belustigen und verstehen.
Man vertraut, hilft sich und gibt sich gegenseitig das Gefühl, dass man für einander da ist.
Dann gibt es aber auch die Sorte Menschen, bei denen man merkt, dass sie einem einfach nicht gut tun.
Sie ziehen runter, sind egoistisch und stellen für die Menschen, denen sie sich anvertrauen, eher einen Ballast, als eine Bereicherung dar.

Bevor ich erkrankte, war ich beiden Arten von Menschen sehr aufgeschlossen.
Selbst Personen, die mich nervten, in mir, durch ihre negative Aura, Unbehagen hervorriefen, waren dennoch Menschen, mit denen ich mich (insofern erforderlich) beschäftigte und ihnen trotzdem Gehör schenkte.



20. Juli 2014

Für sich selbst einstehen...

Diese Woche gab es ein Gespräch, welches ein klassisches Bild für mein aktuelles Lebens und meiner Situation darstellt. 
Es spielte sich folgende Szene ab.

Meine Kollegin spricht mich auf die Weihnachtsfeiern des Unternehmens an.


Kollegin:" Wir hatten überlegt, dieses Jahr in ein Musical zu gehen"
Ich:" Schön, aber da werde ich dann höchstwahrscheinlich nicht mitkommen?!"
Kollegin:" Wieso nicht?"
Ich:" Wegen meinem "Problem"? 1. weiß ich nicht, wie ich da hinkommen soll und 2. hab ich dann leider nicht viel davon, weil ich ständig raus muss."
Kollegin:" Ja, aber der Chef wird sicherlich nicht irgendwas hier in der Nähe machen wollen?!"
Ich:" Dann ist das eben so?! Ich möchte ja auch nicht, dass Sie auf irgendetwas verzichten müssen. Wenn Sie gerne ein Musical besuchen möchten, dann können Sie das doch gerne tun. Ich möchte nicht, dass man auf mich Rücksicht nimmt"
Kollegin:" Aber der Chef wird schon wollen, dass sie dabei sind!"
Ich:" Aber wenn es nicht geht, geht es eben nicht?!"
Kollegin:" Das wird er so nicht akzeptieren! Das kann ich Ihnen jetzt schon sagen..."

19. Juli 2014

**Zwischenpost** - Gedankengänge VIII

Du bist wie eine Droge...
... die Gedanken an dich, tun mir nicht gut...
...und dennoch kann ich nicht ohne dich.
Der Entzug von dir hinterlässt körperliche und seelische Schäden...
...obwohl ja die Hoffnung besteht, dass es eines Tages aufhört, sich so anzufühlen.
Besteht der Kontakt zu dir, habe ich ein absolutes Hoch...
... aber wendest du dich von mir ab, dann falle ich tief.
Viele, viele Tage kann ich auf dich verzichten und es geht mir gut...
...aber dann kommen wieder diese Tage, die mich zurückwerfen und du mir fehlst.
Die Hoffnungen, die du in mir weckst, vernebeln mir den Verstand...
...realisiere ich aber, dass all das nie eintreten wird, reisst es mir den Boden unter den Füßen weg.
Zu wissen, dass du mehr für mich bist, als ich jemals für dich sein werde...
... verursacht körperliche Beschwerden.




Ich komm nicht von dir los.
Du fehlst mir einfach.
Meine Droge.


18. Juli 2014

Bleib individuell

Ich arbeite im Büro. Seit Jahren schon. 
Jemand der im Büro arbeitet, ist oft spießig und langweilig... so heißt es oft. 
Und leider stimmt das häufig auch, wobei dies auch immer davon abhängig ist, um welchen Arbeitgeber es sich handelt.

An meinem neuen Arbeitsort ist es so, dass viele Frauen in diesem Haus arbeiten. Soweit ich das beurteilen kann, bin ich definitiv die Jüngste dort. Eigentlich nicht weiter schlimm (obwohl man mich am ersten Tag fragte, ob ich eine neue Praktikantin sei / hat allerdings auch etwas damit zutun, dass ich jünger aussehe, als ich eigentlich bin).
Aber schon in der kurzen Zeit, in der ich dort arbeite, habe ich das Gefühl, dass ich dort ziemlich aus der Norm falle. 
Ich muss dazu erwähnen, dass ich eigentlich ein Mensch bin, der sich gut anpassen kann. Ich bin stets höflich und habe Manieren. Also darum geht es eigentlich nicht.

Mir wurde gesagt, dass dieses Haus wohl nicht danach schreit, dass dort jemand auftaucht und "frischen Wind" mitbringt. Es soll also alles bleiben, wie bisher. Stagnierend, spießig und langweilig.
Ok, damit kann ich leben. Ich habe auch kein Problem damit, mich in bereits bestehende Normen einzufügen.



Aber irgendwie ist schon mein Äußeres etwas, was irgendwie untypisch für dieses Haus ist.

15. Juli 2014

Erneuter Start ins Arbeitsleben

Nach unfassbaren vielen Monaten habe ich endlich wieder eine neue Arbeitsstelle und somit einen geregelten Alltag mit Stress, vielen Herausforderungen in neuer Umgebung mit fremden Menschen.
Wie man bereits lesen konnte, hat dies auch erst einmal dazu geführt, dass mein Körper darauf mit Panik reagierte. Zwar nicht während der Arbeit, aber zumindest auf der Heimfahrt.

Nun sind einige Tage vergangen und mit jedem Tag wird es besser. Nicht nur, dass ich natürlich mit den anfallenden Aufgaben besser zurechtkomme, auch die Autofahrten werden entspannter und unproblematischer. 

Natürlich führe ich weiterhin, ohne Ausnahmen, mein "Toilettentagebuch" (mehr Infos hier) und auch dort ist ersichtlich, dass die Toilettengänge weniger werden. Also ein klares Zeichen dafür, dass ich mich langsam unvoreingenommen auf das einlassen kann, was da auf mich zukommt.



Der große Vorteil ist, ...

13. Juli 2014

Ich hab' einen an der Murmel...

... und das im wahrsten Sinne :-) 

Während der Reha gab es eine "Genusswoche", in der die Patienten die Möglichkeit bekamen, sich auf Genuss neu einzulassen. Man erfuhr etwas über die Sinne, über die man Genuss wahrnehmen kann und es wurde einem ins Gedächtnis gerufen, wie schnell man doch im Alltag vergisst, Augenblicke und vor allem auch Mahlzeiten zu genießen. Am Ende dieser "Genusswoche" hatte jeder Patient die Möglichkeit, sich EIN Dekoelement des Tisches (welcher mit Murmeln, Muscheln und anderen Steinchen geschmückt war) mitzunehmen. Es wurde darauf hingewiesen, dass es am Besten etwas ist, mit dem man Genuss verbindet.

Aus diesem Grund entschied ich mich für eine grüne Murmel. Wieso grün?
Weil ich während der Reha den Wald wieder für mich zurückerobert habe und durch regelmäßige Spaziergänge gelernt habe, solche einfachen und ruhigen Momente zu genießen.


11. Juli 2014

Meine Erfahrung mit Amitriptylin

Seit nun einem Monat nehme ich Amitriptylin mit der erhöhten Dosierung (genauere Informationen zum Medikament und zur Dosiserhöhung findet man hier und hier).
Bevor ich aber nun beginne, von meinen aktuellen Erfahrungen zu berichten, erzähle ich erst einmal etwas aus der Vergangenheit.

Amitriptylin wurde mir in der Rehaklinik verschrieben und ich wurde ausführlich darüber informiert, wofür dieses Medikament ist und welches Ziel die Ärzte damit verfolgen.
Darauf werde ich jetzt aber nicht noch einmal eingehen, da man dies in den vorherigen Blogposts lesen kann (siehe oben / Links).
In den ersten Tagen der Einnahme (zu dem Zeitpunkt nahm ich 25mg) hatte ich einen furchtbar trockenen Mund. Das war echt fies, weil die Zunge ständig am Gaumen klebte und das Sprechen ohne Speichel ziemlich schwer fiel.
Aus meiner Ausbildung zur Krankenschwester und aus eigenen Erfahrungen war mir klar, dass dies kein Dauerzustand ist, sondern mit der Zeit besser wird.
So war es dann auch. Ich meine, dieses Symptom ließ nach ca. 10 Tagen nach.  
Danach habe ich das Medikament aber ziemlich gut vertragen.


Nach einer Weile habe ich, mit Absprache des Oberarztes, mich dafür entschieden, die Dosis auf 50mg zu erhöhen. 

9. Juli 2014

**Zwischenpost** - Gedankengänge VII


In meiner Welt bekommt jede wichtige Person ein Lied.
Ein Lied, wie ein Stempel.
Es ist ein Segen, aber auch zeitgleich ein Fluch.
Ich liebe dadurch Lieder mehr, weil ich schöne Momente mit ihnen verbinde.
Es bringt mich aber auch dazu, Lieder zu hassen, die ich einst liebte, weil ich die Erinnerungen nicht ertragen kann.

Viele, viele Lieder habe ich verbannt,
weil es mich innerlich zerreißt.
Einige, wenige Lieder lernte ich so viel mehr wertzuschätzen, was ich wahrscheinlich sonst nie getan hätte.


8. Juli 2014

Der Wald und ich

Während meiner Zeit in der Reha (nähere Infos hier) habe ich mir den nötigen Mut wieder erarbeitet, in den Wald zu gehen. 
Zuvor hatte ich mir solche Tätigkeiten selbst verboten, in dem ich mir einredete, dass ich es nicht schaffen würde, eine längere Zeit dort aushalten zu können. 
Jedoch habe ich mir während der Reha selbst bewiesen, dass das gar nicht so stimmt und ich eigentlich die Zeit im Wald sehr genießen kann.

Während den letzten Monaten habe ich versucht, 2 - 4 Mal in der Woche im Wald spazieren zu gehen.
Und das hatte auch soweit ganz gut geklappt.
Leider wird das in Zukunft nicht mehr so einfach möglich sein, weil ich zeitlich doch sehr eingespannt bin.
Ich habe mir aber vorgenommen, zumindest am Wochenende (unabhängig vom Wetter) eine kleine oder große Runde (30-70 Minuten) im Wald zu gehen, um gedanklich "abschalten" zu können und neue Kraft für die drauffolgende Woche zu sammeln.



Und mal wieder fing es an zu regnen...

6. Juli 2014

Stress verursacht Panik, Panik verursacht Stress

Die letzten Tage waren ziemlich schwierig für mich. Viele neue Situationen, große und kleine Herausforderungen und viel Unbekanntes. 
Natürlich ist all das nicht spurlos an mir vorbeigegangen...

... diese Woche hatte ich 3 Panikattacken.

Seit Jahren habe ich wirklich selten richtige Panikattacken und bisher kam es nie vor, dass an 3 Tagen 3 Angstattacken auftraten. 
Allerdings muss ich dazu erwähnen, dass mich es in diesem Fall nicht sonderlich überrascht (hat).
Es war einfach eine wirklich anstrengende und strapazierende Woche, was natürlich auch Auswirkungen auf meine Psyche, also auch auf meine Blase hat. 

Ich sehe es zum Glück nicht als Rückschritt, sondern als eine vollkommen natürliche Reaktion meines Körpers auf stressige und unbekannte Situationen. 
Ich finde aber auch, dass ich mich während den Attacken gut geschlagen habe.


Alle drei Panikattacken traten jeweils in der gleiche Situation auf....

Was passiert dann? (Filmzitat III)

Er:" Und dann fragte der Andere sie, ob sie einen Drink wolle, als Jason auf sie zu kam. Also fragte sie den Kerl, "was ist, wenn ich mich auf den Drink einlasse? Was passiert dann?"
Und er tat so, als wüsste er es nicht. Also sagte sie es ihm. 
Sie fragte, ob sie in so ner scheiss Bar mit seinen Freunden Bierpump spielen würden, bis sie irgendwann bei ihm zuhause landen, in Maryhill? Sie fragte, ob sie mit anhören müssen, wie sein Mitbewohner eine Hilary oder Emily vögelt, oder wie auch immer die heißen würde, bis sie einschlafen? Und sie fragte, ob sie ein Jahr später noch immer dort wären... in dieser Bar? Nur, dass der Typ sich jetzt verpflichtet fühlen würde, sie zu heiraten.... und Kinder zu bekommen, weil er glaubt, dass sie das erwartet.
Und dann im Sommer... würden sie rauf in die scheiß Hamptons fahren..."
Sie: "...um seine scheiß Eltern zu treffen."
Er:" Sie würde sich dauernd fragen, ob die sie hübsch genug finden"
Sie:" Klever genug!"
Er:" ... sich dauernd fragen, ob die sie klever genug finden."
Sie:" Weil das nie eine war..."
Er:" ... und nie eine je sein würde?! Und Jason wusste das jetzt. Und er würde einfach alles tun, um es wieder gut machen zu können und zu dem Moment zurück zu kehren, an dem sie sich kennengelernt haben, bevor alles schief gegangen ist.... bevor er nicht für sie da war, als sie ihn dringend gebraucht hat... bevor er verstanden hat, dass für jemanden da zu sein, wenn es am schwierigsten ist, das ist, worum es in Beziehungen geht. Jason wusste das jetzt... und er bedauerte unendlich, was er getan hatte."
(Filmzitat: "Für immer Single")


(Quelle: http://www.kino.de/kinofilm/fuer-immer-single/fotoshow/151895/839713)

4. Juli 2014

Psychische Erkrankungen gesellschaftskonform?

Irgendwie haben wir alle doch unsere Wehwehchen. Irgendwie kenne ich kaum jemanden, der nicht ab und an über Beschwerden klagt.
Bei dem einen ist es die Bandscheibe, bei dem anderen ein Karpaltunnelsyndrom und dann wären da noch die Migränepatienten. Immer hat irgendwer irgendwas. 
Und in der Regel bringen die Menschen in deren Umfeld das nötige Verständnis auf.

Aber was ist mit psychischen Erkrankungen?
In den letzten 3 Jahren ist das "Burn-out Syndrom" stark "in Mode gekommen".
Ähnlich wie die Laktoseintoleranz ist diese Erkrankung ein Zug, auf den viele Menschen aufspringen.
Dass Burn-out jedoch eine ernstzunehmende Form einer Depression ist, wissen nur die wenigsten. 
Und die, die wirklich davon betroffen sind, leiden leider darunter, dass irgendwie gefühlt jeder vierte über Burn-out klagt, obwohl dies nicht den Tatsachen entspricht.



3. Juli 2014

Einnahmezyklus 2 / Fazit zu Selbstversuch Nr. 2

Heute habe ich die letzte Kapsel genommen und nach nun weiteren 33 Tagen, an denen ich "Granufink femina" eingenommen habe, möchte ich natürlich ein kleines Resumé hier festhalten.
(Informationen zum ersten Einnahmezyklus findet man hier)

Zu erst aber erneut ein paar Daten zur Einnahme und zu den Kapseln:
Einnahme: 1-1-1-0 (unmittelbar vor den Mahlzeiten)
Darreichungsform: Kapseln
Geschmack: Geschmacksneutral 

Dieses Mal hatte ich öfters Schwierigkeiten mit der Einnahme, was allerdings weniger am Medikament lag, sondern viel mehr an meiner Vergesslichkeit.
Immer wieder gab es Tage, wo ich die Kapseln erst nach der Mahlzeit einnahm (was allerdings nicht so schlimm ist) oder mich abends fragte "Hast du sie nun schon genommen oder nicht?".
Wenn ich mir unsicher war, habe ich keine weitere Kapsel geschluckt, um nicht 4 Kapseln am Tag einzunehmen. Ja... das Alter... ich werde schusselig ;-)

Über die Wirkung kann ich diesmal nur spekulieren...