28. Juli 2014

Krank ist krank!

Wie heißt es so schön? "Man lernt nie aus"... und genau so ist es.

Wenn ich mich zurückerinnere, habe ich während meiner Schulzeit und auch während meiner Zeit im Krankenhaus die Einstellung gehabt, dass ich nur in äußersten "Notfällen" fehlen darf. 
Gerade in der Schulzeit habe ich immer dafür gesorgt, dass ich KEINE Klausur verpasse. Selbst, wenn es mir richtig schlecht ging, habe ich mich zumindest für die Klausur zur Schule geschleppt und bin erst anschließend nach Hause gegangen, um mich auszukurieren.
Ich war immer der Meinung, dass die Note beim Nachschreiben automatisch schlechter wird. 


Im Krankenhaus war es dann nicht mehr ganz so schlimm, weil ich ja bedenken musste, dass ich bereits immungeschwächte Menschen schnell anstecken könnte, wenn ich krank zur Arbeit erscheine.
Aber während dieser Zeit hat sich mein Pflichtbewusstsein zumindest so gezeigt, dass ich mit Rücken-, Kopf- und Gelenkschmerzen zur Arbeit gegangen bin und trotz starker Schmerzen die Patienten gelagert und gehoben habe. Ich hätte einfach ein viel zu schlechtes Gewissen gehabt, zuhause zu liegen, während meine Kollegen mehr Arbeit und somit weniger Zeit für die Patienten hätten.


Ich weiß noch, wie ich tätowiert wurde und am Folgetag zur Arbeit fuhr. Meine frischen Tätowierungen haben so stark gewässert, dass ich alle 30 Minuten mit einer Kollegin ins Bad verschwand, damit sie mir die Wunden versorgte. Natürlich hatte ich auch Schmerzen, aber das war in dem Moment eher irrelevant.

Seitdem ich aber dieses "psychische Blasenleiden" habe, sehe ich das alles doch nun anders. 
Ich habe für mich die Erfahrung machen müssen, dass Gesundheit einfach Vorrang hat. Niemand dankt es mir, wenn ich mich krank zur Arbeit schleppe. Ich selbst habe nichts davon, wenn ich mich durch den Tag quäle und womöglich auch noch Fehler mache, weil ich unkonzentriert bin.
Die Welt dreht sich auch mal ohne mich weiter.

Das soll nicht heißen, dass ich jetzt bei jedem Wehwehchen zuhause bleibe?!
Es soll aber bedeuten, dass ich für mich nun besser abschätzen kann, wann es einfach nicht möglich ist, seine Arbeit bestmöglich auszuführen.

Es hat einige Zeit gedauert, bis ich dies für mich gelernt habe. Und es fällt mir nach all den Jahren noch immer schwer, dann auch gedanklich nicht bei der Arbeit zu sein, wenn ich wirklich krank im Bett liege.
Aber man muss eben Prioritäten setzen und das tue ich nun konsequenter.
Gesundheit und Wohlbefinden geht vor. Alles andere ist zweitrangig.

Wie seht ihr das?

L.H.P.

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