11. Juli 2014

Meine Erfahrung mit Amitriptylin

Seit nun einem Monat nehme ich Amitriptylin mit der erhöhten Dosierung (genauere Informationen zum Medikament und zur Dosiserhöhung findet man hier und hier).
Bevor ich aber nun beginne, von meinen aktuellen Erfahrungen zu berichten, erzähle ich erst einmal etwas aus der Vergangenheit.

Amitriptylin wurde mir in der Rehaklinik verschrieben und ich wurde ausführlich darüber informiert, wofür dieses Medikament ist und welches Ziel die Ärzte damit verfolgen.
Darauf werde ich jetzt aber nicht noch einmal eingehen, da man dies in den vorherigen Blogposts lesen kann (siehe oben / Links).
In den ersten Tagen der Einnahme (zu dem Zeitpunkt nahm ich 25mg) hatte ich einen furchtbar trockenen Mund. Das war echt fies, weil die Zunge ständig am Gaumen klebte und das Sprechen ohne Speichel ziemlich schwer fiel.
Aus meiner Ausbildung zur Krankenschwester und aus eigenen Erfahrungen war mir klar, dass dies kein Dauerzustand ist, sondern mit der Zeit besser wird.
So war es dann auch. Ich meine, dieses Symptom ließ nach ca. 10 Tagen nach.  
Danach habe ich das Medikament aber ziemlich gut vertragen.


Nach einer Weile habe ich, mit Absprache des Oberarztes, mich dafür entschieden, die Dosis auf 50mg zu erhöhen. 


Auch dies habe ich soweit gut vertragen. Das einzige, was mir auffiel, war die Tatsache, dass ich ca. 1,5 Stunden nach Einnahme ziemlich schnell, ziemlich müde wurde.
Da ich jedoch Amitriptylin abends einnahm bzw. einnehme, ist dies ja nicht weiter schlimm.
Im Gegenteil... es half mir mit meinen Einschlafproblemen und ich konnte die Nacht durchschlafen.

Als ich dann aus der Reha kam und ein paar Wochen zuhause war, entschied ich mich ja dann, die Dosis erneut zu erhöhen, da ich das Gefühl hatte, die Wirkung des Medikamentes würde nachlassen. Also vereinbarte ich einen Termin bei einem Neurologen und besprach mit ihm die Dosiserhöhung. Das war vor einem Monat.
Seitdem nehme ich 75mg des Präparates.

Leider hat sich herausgestellt, dass dies eine erhöhte Gewichtszunahme zur Folge hatte.
Ich habe innerhalb der letzten 4 Wochen knapp 6kg zugenommen. 
Ich habe meine Ernährung nicht verändert und ich treibe zusätzlich Sport.
Und ich wage zu bezweifeln, dass ich 6kg Muskeln zugelegt habe.... so sieht es leider auch nicht aus.


Nun bin ich an einem Punkt, an dem ich überlege, was ich tun soll?!
Ich hatte nach letzter Woche (und den 3 Panikattacken) darüber nachgedacht, ob ich die Dosis auf 100mg erhöhen soll. Andersrum war mir bei dem Gedanken nicht wohl, da es nicht sein kann, dass ich immer und immer mehr von dem Zeug schlucke.
Jetzt habe ich mich dazu entschieden, die Dosis wieder auf 50mg zu reduzieren.
Nicht unbedingt nur, weil ich zugenommen habe, sondern weil ich bzgl. meiner Angststörung keinen Unterschied bemerke... meine Psyche zeigt keinerlei Veränderung zwischen 50 und 75mg. Also wozu mehr nehmen, wenn es keinen Unterschied gibt, die Waage aber jeden Tag mehr zeigt?

Also... seit Sonntag nehme ich nun wieder 50mg und hoffe, dass ich durch Sport die zusätzlichen Kilos schnell wieder runterkriege. Dank einer vorherigen Ernährungsveränderung und Sport habe ich zumindest wieder ein bisschen davon runter. Trotzdem ärgerlich...

Hier noch einmal kurz zusammenfassend, welche (Neben-)Wirkung das Medikament bisher verursachte:

  • Andauernde Wirkung
    • Besserer Schlaf
    • gesteigertes "Wohlempfinden"
    • deutlich weniger Kopfschmerzen/ Migräne
    • plötzlich auftretende Müdigkeit (was jedoch nicht dazu führt, dass ich besonders schnell einschlafe)
  • Kurzfristige (Neben-)Wirkung
    • schnelleres Einschlafen 
    • Mundtrockenheit
  • Nebenwirkung
    • Gewichtszunahme 

Ich möchte aber darauf hinweisen, dass bei jedem Menschen die Wirkung und Nebenwirkung anders ausfallen kann. Selbstverständlich spielen manchmal auch andere, eingenommene Medikamente bei der Verträglichkeit eine Rolle.

Sollte sich etwas an der Wirkung des Medikamentes bei mir ändern, werde ich natürlich darüber berichten.

Ich werde euch also auf dem Laufenden halten.

L.H.P. 

Kommentare:

  1. Warum nimmst du die Medis? Ich meine... ich denke, man sollte so wenig wie möglich nehmen, aber... du scheinst das Medikament sehr flott erhöht zu haben - mir macht sowas Angst. Wirst du irgendwann wieder ohne auskommen?

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    1. Hallo Evy,
      vielen Dank für dein Kommentar.
      Die Gründe, warum ich das Medikament nehme, kann man in folgendem Blogpost lesen:
      http://loveheartpeaches.blogspot.com/2014/06/dosiserhohung-amitriptylin.html

      Die Erhöhung war nicht sonderlich "flott". Das Medikament nehme ich seit Januar und die erste Dosiserhöhung war mit Absprache des Arztes, welcher mich in der Reha-Klinik betreute. Somit war das relativ "ungefährlich".

      Wie man auf meinem Blog lesen kann, bringe ich Erfahrungen aus der Krankenpflege mit und bin somit relativ gut geschult, was Medikamente und Psychopharmka betrifft, somit ist dort eine grundliegende Angst nicht vorhanden. Natürlich habe ich Respekt vor diesen "Chemiekeulen" und deren Auswirkung. Auch meine vorherigen Erfahrungen mit Psychopharamka haben mir bewiesen, dass dies nichts ist, mit dem man einfach auf eigene Faust herumexperimentieren sollte.
      Vor der Reha habe ich einige Jahre nichts eingenommen. Als ich dann alleine wohnte, wollte ich auch nichts Neues ausprobieren, da ich ja eben nicht weiß, inwiefern das Medikament mich "verändert".
      Aber in der Reha war ich 24 Stunden betreut und somit in guten Händen, sollte ich mich unwohl fühlen. Daher habe ich Amitriptylin eine Chance gegeben.

      Und natürlich werde ich irgendwann ohne auskommen. Wobei man unterscheiden muss, was man darunter versteht?!
      Da ich keine Depression habe, benötige ich das Medikament nicht, um mich allgemein besser zu fühlen. Ich nehme das Medikament schließlich aufgrund meiner Angst und meiner "Reizblase". Absetzen kann ich das Präparat JEDERZEIT. Der Arzt in der Klinik sagte mir, ich solle es am besten dann absetzen, wenn ich mich von meiner Angst stabil genug fühle. Also bleibt das ganz mir überlassen.

      Gerade bei Psychpharmaka muss man leider manchmal austesten, was man verträgt und welche Dosierung für einen selbst am besten ist.
      Manchmal dauert das Monate...

      Ganz liebe Grüße
      L.H.P.

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    2. Verstehe, das klingt gut :-) ich habe es auch mal mit einem Antidepressivum probiert, aber da es nix gebracht hat, ging es eben ohne :-) Ich habe die Frage deshalb gestellt, weil manche Leute bestimmte Medis ihr ganzes Leben lang nehmen müssen :-(

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    3. Ja, das kenne ich auch. Klar... das ist nicht schön, aber wirklich problematisch sehe ich das auch noch nicht an. Da kommt es immer auf das Medikament und die Dosierung an (wegen Schädigung von Leber, der Nieren oder des Magens).
      Aber viele Menschen müssen ja aufgrund verschiedener Erkrankungen dauerhaft Medikamente nehmen (Schilddrüse, Herz, Cholesterin, Diabetes...) und solange es einem dadurch besser geht und es aufgrund dessen nicht zu irreparabelen Schäden kommt, verurteile ich das nicht.
      Aber zum Glück ist das bei mir nicht der Fall.
      Ich probiere mich einfach durch verschiedene Lösungswege durch... und dazu gehören einfach auch Medikamente.
      Meine Hoffnung ist ja einfach da, dass es mir eines Tages wieder richtig gut geht :)
      Und da spielt es für mich primär erst einmal keine Rolle, wodurch...

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