6. Juli 2014

Stress verursacht Panik, Panik verursacht Stress

Die letzten Tage waren ziemlich schwierig für mich. Viele neue Situationen, große und kleine Herausforderungen und viel Unbekanntes. 
Natürlich ist all das nicht spurlos an mir vorbeigegangen...

... diese Woche hatte ich 3 Panikattacken.

Seit Jahren habe ich wirklich selten richtige Panikattacken und bisher kam es nie vor, dass an 3 Tagen 3 Angstattacken auftraten. 
Allerdings muss ich dazu erwähnen, dass mich es in diesem Fall nicht sonderlich überrascht (hat).
Es war einfach eine wirklich anstrengende und strapazierende Woche, was natürlich auch Auswirkungen auf meine Psyche, also auch auf meine Blase hat. 

Ich sehe es zum Glück nicht als Rückschritt, sondern als eine vollkommen natürliche Reaktion meines Körpers auf stressige und unbekannte Situationen. 
Ich finde aber auch, dass ich mich während den Attacken gut geschlagen habe.


Alle drei Panikattacken traten jeweils in der gleiche Situation auf....
...ich saß im Auto und war auf dem Weg nach Hause. Es war jedes Mal die gleiche Strecke, jedes Mal war es brüllend heiß im Auto und jedes Mal war ziemlich viel Verkehr auf den Straßen, so dass die Heimfahrt um einiges länger ausfiel, als erwartet.Dazu kam, dass ich an diesen drei Tagen auch nicht alleine im Auto saß. 
Warum das eine Rolle spielt? 
Wenn ich eh schon gestresst, angespannt und nervös bin und dann noch jemanden dabei habe, der mich durch seine Art und Weise zusätzlich nervös macht, ist es nur eine Frage der Zeit, dass sich das durch Körperreaktionen bemerkbar macht?!

Wie sich die Panikattacken bei mir äußerten, ist eigentlich ziemlich leicht zu beschreiben...
... also, ich saß eben im Auto. Ich bin gefahren.
Mir wurde heiß, hatte aber kalte Hände. Aufgrund dessen habe ich intuitiv immer wieder  mir mit meiner Hand an den Hals gefasst oder mir diese in den Nacken gelegt.
Der Harndrang wurde immer schlimmer und verursachte das Gefühl, das es nicht mehr lange "gut geht".
Dadurch wurde ich hektisch und "hibbelig". 
Die Person, die mit mir im Auto saß, versuchte mich in ein Gespräch zu verwickeln.
Da ich jedoch gerade viel zu sehr mit mir und meinem Problem beschäftigt war, wurden meine Antworten nur noch einsilbig und meine Mimik erstarrte.
Dadurch, dass das Herz ziemlich schnell schlug, mir immer wärmer und wärmer wurde, der Harndrang kaum noch auszuhalten war, fing ich an intensiver zu atmen. Um genauer zu sein, atme ich bei einer Panikattacke intensiver aus. Es ist nicht gewollt, passiert aber irgendwie automatisch
Ich würde es mit einer Schwangeren vergleichen, die bei der Entbindung ihre Wehen "wegatmet". 
So intuitiv und ungewollt hat auch die Panikattacke Einfluss auf meinen Atemfluss.

Ich merke immer wieder, wie ich gedanklich die Straßen, Straßenränder und Häuser mit meinen Blicken "abtaste" und nach einer Möglichkeit suche, meine Panik loszuwerden... das heißt... ich suche nach einer Möglichkeit anhalten und eine Toilette aufsuchen zu können.
Dies ist jedoch immer davon abhängig, wie stark der Harndrang zu spüren ist.
Und jedes Mal habe ich einen innerlichen Konflikt. Ich möchte diese Anspannung, diese Angst loswerden (also eine Toilette aufsuchen), aber eigentlich möchte ich auch einfach weiterfahren und meiner Angst nicht die Chance geben, mich weiter zu kontrollieren

An Tag 1 war es so schlimm, dass ich ca. 3 km vor meinem zuhause an einer Tankstelle halten musste.
Ihr habt keine Vorstellung davon, wie sehr ich mich über so etwas ärgere und wie enttäuscht ich in solchen Momenten von mir bin. Enttäuschend ist der Gedanke daran, klein beigegeben zu haben.
An Tag 2 und 3 war der Harndrang zwar stark zu spüren, jedoch bin ich weitergefahren und habe es bis nach Hause geschafft.

Und nun das Schlimmste an diesen Situationen:
Ich fuhr also mit starkem Harndrang und einer mittelschweren Panikattacke nach Hause, parkte mein Auto an der Straße, griff nach meiner Tasche, schnallte mich währenddessen ab und öffnete mit der linken Hand die Tür. Kaum habe ich den ersten Fuß aus dem Auto gesetzt, war der Harndrang nur noch minimal zu spüren!!!
Und genau DAS ist etwas, was mich richtig ärgert! 
Ich habe Angstzustände, zweifel an mir und meinem Körper, um dann festzustellen, dass das alles total unnötig ist.

An Tag 4 war übrigens alles in Ordnung. Ich war zwar noch immer während der Fahrt angespannt und bekam falsche Signale meines Körpers, aber es kam nicht zu einer richtigen Panikattacke, so dass ich es ohne weitere Probleme bis nach Hause schaffte.

Ich kann also nur hoffen, dass die kommenden Tage und die zukünftigen Autofahrten stressfreier und problemloser verlaufen.
Ich werde sicherlich berichten...

L.H.P. 

Kommentare:

  1. du hast ein super blog :)

    würde mich über feedback rießig freuen und über Leser :)

    mfg

    http://versuch908.blogspot.de/

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  2. Dein Blog gefällt mir sehr gut! Ich finde es gut, das du über ein schwieriges Thema bloggst. Ich schreibe über meine Depression - hast du mal lust vorbeizuschauen?

    Liebe Grüße
    Julia

    http://lebenmitdemschwarzenhund.wordpress.com/

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