29. August 2014

Manche Menschen bleiben einfach.

Prinzipiell gehöre ich eigentlich zu den Menschen, die relativ schnell andere Menschen aus ihrem Leben streichen können, insofern diese Personen sich das auf irgendeine Art und Weise "erarbeitet haben".
Selbst bei Familie mache ich keine Ausnahme. Natürlich dauert es eine ganze Weile, bis es soweit kommt. Und in der Regel gibt es gravierende Gründe, die zu einem Ausschluss aus meinem Leben führen.
Aber habe ich einmal für mich entschlossen, dass diese Person keine weitere Rolle in meinem Leben spielen soll, ist das Thema bis aufs Weitere abgehakt

So leicht, wie mir das manchmal fällt, fällt es mir bei bestimmten Personen dann irgendwie doch nicht. Es gibt immer wieder Menschen, die in mein Leben treten und ich sie trotz aller Vorkommnisse nicht aus meinem Leben streichen kann. 
Egal, wie sehr ich es auch versuche, damit abzuschließen... Gedanken und Erinnerungen an diese Personen schleichen sich immer wieder in den Vordergrund. 
Selbst, wenn seit Monaten (oder gar Jahren) kein Kontakt besteht, kann ich die Gedanken an die Personen nicht verdrängen und nicht loslassen.



Wieso ist das so? Genau begründen kann ich das nicht. Wäre ja auch viel zu einfach.
Vielleicht ist es die Hoffnung. Die Hoffnung, dass diese Person der Schlüssel für die Lösung vieler meiner Probleme sein könnte?! Die Hoffnung, dass diese Person mein Leben auf irgendeine Art noch bereichern könnte?! Die Hoffnung, dass das, was vielleicht mal war, wiederholt werden könnte?!
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass irgendetwas mit dieser Person für mich noch nicht bis zum Ende geklärt wurde. Irgendetwas, was mich daran hindert, einen Schlussstrich zu ziehen. 
Ich weiß es nicht...

27. August 2014

GASTbeitrag NR. 1 (LeichtesHerz / Essstörung)

Heute habe ich endlich die Möglichkeit, euch einen Gastbeitrag von der lieben Yana zu präsentieren. 
Wie man ja bereits hier des Öfteren lesen konnte, schreibe ich auf meinem Blog über eine psychische Erkrankung. Und natürlich gibt es eine Menge an psychischen Erkrankungen, die das Leben der Betroffenen beeinflusst. In Kooperation mit anderen Bloggern möchte ich euch in Zukunft Blogs vorstellen, die ebenfalls psychische Erkrankungen thematisieren.

Heute gibt es also den ersten Gastbeitrag von Yana. 


Yana leidet unter einer Essstörung und hat vor einiger Zeit mit dem Bloggen begonnen. 
Was ich an ihr mag? Sie geht in ihrem Blog offen und auch selbstkritisch mit dem Thema um. Sie macht weder Werbung für die Erkrankung, noch zensiert sie ihre Gedanken bzgl. der Essensaufnahme und dem Zwang, schlank zu werden.
Aber lest selbst:


Hallo Leute :)

Vielen, vielen Dank erst mal für das Angebot, hier einen Gastbeitrag zu veröffentlichen. 
Es ist mir sozusagen eine Ehre, denn ich lese L.H.P. schon eine ganze Weile. Außerdem ist es mir persönlich sehr wichtig, dass man über meine Krankheit aufgeklärt wird.

Ich heiße Yana, bin 17 Jahre alt und lebe in Bayern. Ich war nie besonders dünn, sondern immer kurvig bis mollig, könnte man sagen. Als ich in der zweiten oder dritten Klasse war, nahm ich noch einmal zu, was meinen Mitschülern nicht unbedingt entgangen ist, wenn ihr versteht, was ich meine.
Ich war eben schon weiter als andere, passte nicht richtig dazu, hatte halt etwas mehr auf den Rippen. Hätte es eine Hungersnot gegeben, wären andere vor mir gestorben (ja, das hat man mir mitunter genauso gesagt!).

Angeblich bin ich über die Jahre schlanker geworden. Ich bin eine Frau, habe Kurven, bin einfach "fraulich"! Ich bin weiblicher als meine Freundin, die mir nachmittags erzählt, sie habe an diesem Tag noch nichts gegessen. Am nächsten Tag macht sie DETOX, oder wie das heißt, und außerdem will sie zunehmen, weil ihr Freund sie zu dünn findet. Zwei Wochen später will sie abnehmen, weil sie zugenommen hat. Nennen wir sie einfach mal Ana, ich finde der Name passt ganz gut.



Jedenfalls wollte ich immer abnehmen, aber habe es nie wirklich geschafft. 

25. August 2014

25.08.2014 \o/

Heute, vor genau einem Jahr, habe ich meinen Blog gestartet.
143 Blogposts später darf ich hier mein Jubiläum feiern.



143 Blogposts über Verzweiflung, Hoffnung, Enttäuschung, Motivation, Trauer, Freude, und und und...

Jeder Blogpost eine Grätsche zwischen "emotional" und "informativ". 
Nie wollte ich diesen Blog als Tagebuch missbrauchen, sondern immer versuchen, zumindest ein wenig Transparenz für das zu schaffen, worunter so viele leiden.

Vor Monaten erzählte ich meiner Therapeutin von meinem Blog. Sie hat ihn zwar nie gesehen, sprach aber Bedenken aus. Sie meinte, der Blog solle mich aber nicht daran hindern, Fortschritte zu machen. 
Wieso? Weil ich ja dann nichts mehr zu schreiben hätte.

21. August 2014

Der Kampf ums Autofahren

Aufgrund einer alten CD, die ich gefunden habe, sind viele alte Erinnerungen hochgekommen. Eine davon ist die Erinnerung an die Nächte, in denen ich wieder lernte, Auto zu fahren.
Wieso wieder? 
Ich hatte ja bereits mal erwähnt, dass gerade in der Anfangsphase meiner Erkrankung es mir kaum möglich war, den Arzt zu erreichen, der zwei Straßen weiter seine Praxis hatte. Dementsprechend war eine Autofahrt, die länger als 5 Minuten dauerte, für mich fast unerträglich.
Nun ja... daher musste ich mir das Autofahren und das dazugehörige Selbstvertrauen langsam wieder erarbeiten. 
Was hat also die CD damit zu tun?

Also mein "Training" begann spontan und mitten in der Nacht. Ich lebte zu dem Zeitpunkt noch bei meinen Eltern. Ich weiß noch, dass ich in meinem Zimmer saß und mich plötzlich der Drang überkam, endlich aktiv was an meiner Situation zu ändern. Kurzerhand zog ich mir eine Jogginghose über, schlüpfte in einen warmen Pullover und setzte mich ins Auto. Als ich den Schlüssel im Zündschloss umdrehte, klopfte mein Herz bis zum Hals. Ich hatte zwar das Bedürfnis endlich was zu ändern, aber natürlich hatte ich Zweifel und auch Angst, dass ich mich in eine Situation begebe, die ich nur schwer ertragen kann.
Trotzdem fuhr ich los... ich öffnete das Fenster auf der Fahrerseite, schmiss die erstbeste CD ins Radio und überlegte, wo ich denn nun hinfahren könnte. Es musste etwas sein, was mich herausfordert, wo ich kaum Verkehr habe und wo ich wüsste, dass ich jederzeit wieder schnell nach Hause könnte. 
Nicht sehr weit von meinem Elternhaus entfernt, befindet sich eine kleine Schnellstraße. 



Auf dem Bild sieht man die Straße, die ich als Trainingsort für mich auserkoren hatte.

18. August 2014

[TAG Time] Quer-Beet

Und wieder bin ich über ein paar TAG-Fragen gestolpert, die ich hier mal als kleinen "Lückenfüller" beantworten werden.


  • Das schönste Alter (bis jetzt)?
    • Schwierig zu beantworten. Also ich hatte eine wirklich schöne Kindheit und da gibt es sicher einige Jahre, die wirklich toll waren (soweit ich mich daran erinnern kann). Aber rückblickend betrachtet, war meine Zeit im Alter von 14-17 Jahren wirklich toll. Natürlich würde ich die Krisen eines pubertierenden Mädels ausklammern wollen. Aber ich habe in den Jahren viel erlebt, viel gesehen und viel getan, was Auswirkungen auf mein weiteres Leben hatte. War wirklich eine schwierige, aber dennoch tolle Zeit.
  • Lieblingsfach in der Schule? 
    • Auch das kann ich nicht mit ein paar Stichworten beantworten. Auf dem Gymnasium war ich sehr an Musik und Biologie interessiert. Während meiner Berufsschulzeit hatte ich Spaß an Englisch, Deutsch und Mathe. Seltsam, oder?
  • Besteht Interesse an Parties?
    • Nein. Ich war noch nie eine begeisterte Party-Gängerin. Ich bevorzuge es, mich mit Menschen unterhalten zu können. Und wenn ich irgendwo bin, wo die Musik (die meist eh nicht meinen Geschmack trifft), so laut aufgedreht ist, dass man sich gegenseitig anbrüllen muss, dann macht mir das Alles schon keinen Spaß mehr.
  • Liest du Zeitung?
    • Ja. Nicht regelmäßig, aber hin und wieder schon.
  • Warst du schon mal im Krankenhaus?
    • Hmm... lasst mich mal nachdenken.... ähm.... ja?! Schließlich habe ich einige Jahre in einem gearbeitet. Abgesehen davon, musste ich schon einige Personen im Krankenhaus besuchen. Ich selbst war jedoch (zum Glück) noch nicht Patientin in einem.
  • Action- oder Liebesfilm?
    • Ich mag es nicht, wenn die Geschichte, die ein Film erzählen will, nur von explodierenden Autos, ständigem Rumgeballer oder blutverströmten Actionhelden getragen wird. Also von daher.... Liebesfilm.
  • Was hörst du derzeit?
    • Wer mich kennt, weiß, dass ich eigentlich kein großer Fan von deutschsprachiger Musik bin. Aber aufgrund meiner kleinen Nebentätigkeit (**An dieser Stelle: Liebe Grüße an Max**), habe ich in letzter Zeit (für meine Verhältnisse) viel deutschsprachige Musik gehört. In diesem Zusammenhang kann ich euch mal den talentierten David Pino ans Herz legen. Da wird in näherer Zukunft noch Einiges von ihm, auf uns zukommen. Ihr dürft gespannt sein :) 
http://www.davidpino.de

16. August 2014

So weit weg

Gestern sagte jemand etwas zu mir, was mich sehr berührte. 

"Du warst die letzten Jahre so weit weg.... so weit weg. So unerreichbar. Und jetzt bist du wieder da. Einfach da. So wie früher. Das feiere ich... total"

Ich glaube, etwas Passenderes und Schöneres kann man mir aktuell nicht sagen. 
Danke!




15. August 2014

Was passiert, wenn ich nicht mehr bin?

Einige Personen in meiner Familie sind in einem Alter, in dem man sich Gedanken darüber machen sollte, was passiert, wenn ihnen etwas passiert und sie eines Tages nicht mehr da sind?!
Aus diesem Anlass wurde in letzter Zeit viel darüber gesprochen, welche Vorkehrungen getroffen werden sollten. Und auch mich persönlich hat das Thema sehr beschäftigt...

... welche Vorkehrungen kann man treffen?
... ab wann macht es Sinn, sich damit zu beschäftigen?
... sollte man nicht immer damit rechnen, dass etwas passieren könnte?

Beim Aufnahmegespräch in der Reha-Klinik wurde ich gefragt, ob ich jemals an Suizid gedacht habe?!
Auf diese Frage konnte ich nicht konkret mit einem "Nein" antworten.
Nicht, weil ich jemals wirklich über Suizid nachgedacht hatte.
Viel mehr lag es daran, dass ich nicht wusste, ab wann man von "Suizidgedanken" spricht.


Ich erklärte dem Therapeuten, dass es durchaus mal Situationen gab, wo ich mir über bestimmte Dinge den Kopf zerbrochen habe. 

12. August 2014

Aktueller Stand (08/2014)

Zurzeit geht es mir wirklich gut. 
Natürlich gibt es noch sehr viel Spielraum nach oben, aber ich will ja mal nicht so pessimistisch klingen, wie ich es sonst immer tue ;-)

Also mir geht es den Umständen entsprechend gut.
Meine neue Arbeit macht mir bisher Spaß, meine Freizeit ist gut ausgefüllt, ich treibe 5mal die Woche Sport, mein Schlaf scheint eindeutig besser zu sein (anders kann ich mir nicht erklären, warum ich 2mal beinahe verschlafen hätte) und richtige Angstattacken hatte ich auch schon eine Weile nicht mehr.
Dementsprechend bin ich zufrieden mit dem, wie es aktuell ist. 


Die nächsten Tage und Wochen werden allerdings ziemlich anstrengend und nervenaufreibend

8. August 2014

**Zwischenpost** - Gedankengänge IX

Du Teil meines Lebens, 
schreitest voran mit großen Schritten.
Schaust nur selten zurück 
und nimmst jede Erinnerung mit.

Du Teil meines Lebens,
hast mir Hoffnung gegeben,
mir Freude geschenkt...
...bis aus dem Lächeln, Tränen wurden.

Du Teil meines Lebens,
gingst für lange Zeit fort,
warst aber dennoch präsent
und konntest mich nie ganz loslassen.

Du Teil meines Lebens,
bleibst ein Teil meines Lebens.
Denn durch dich schöpfe ich Hoffnung
und weiß, dass alles wieder gut werden kann.

Du Teil meines Lebens,
bleib bitte ein Teil meines Lebens.
Denn die Erinnerungen beflügeln,
neue Ziele zu erreichen.

6. August 2014

Begeisterungsfähigkeit

In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass ich nur schwer für Dinge zu begeistern bin.
Eigentlich wusste ich schon immer, dass es bei mir so ist, aber in letzter Zeit ist es mir dann doch immer wieder massiv aufgefallen.

Wenn mir Menschen von ihren Freizeitaktivitäten erzählen oder mir von ihren Leidenschaften berichten, nehme ich das gerne so zur Kenntnis, aber kann mich irgendwie nicht davon mitreißen lassen.
Ich sehe, dass mein Gegenüber total in der Erzählung und in dem Erlebten aufgeht, voller Freude und Begeisterung davon spricht und ich stehe nur da... und denke mir meinen Teil...
Um Interesse zu signalisieren (was ich in der Situation nur aus reiner Höflichkeit tue), grinse ich und stelle Fragen. Fragen, dessen Antworten mich eigentlich nicht sonderlich interessieren.
Aber so bin ich eben... höflich, statt direkt.
Häufig kommt es auch vor, dass nach dieser inbrünstigen und ausschweifenden Erzählung meine Meinung gefragt ist und ich es dann irgendwie für mich schlecht rede.
Nicht, weil es in dem Moment wirklich schlecht ist, sondern einfach nur, um meinem Gegenüber zu signalisieren, dass mich das ganze Thema gerade äußert wenig anspricht.

Ich beneide die Menschen, die für sich etwas finden, in dem sie komplett aufgehen. 
Ich selbst habe einige Dinge, die mich reizen, aber nur wenige, in denen ich mich so richtig ausleben kann.



3. August 2014

Spezifische Sozialphobie

Während der Reha wurde bei mir eine "spezifische Sozialphobie" diagnostiziert.
Zuvor war davon nie die Rede, aber eigentlich hatte der Therapeut recht damit (auch, wenn es dramatischer klingt, als es ist).

Für die, die nicht wissen, was eine Sozialphobie ist:
"[...]Das zentrale Merkmal sind ausgeprägte Ängste, in sozialen Situationen im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen und sich peinlich oder beschämend zu verhalten. [...] Menschen mit sozialer Phobie meiden gesellschaftliche Zusammenkünfte, da sie fürchten, Erwartungen anderer nicht zu erfüllen und auf Ablehnung stoßen zu können. Sie fürchten, dass ihnen ihre Nervosität oder Angst angesehen werden könnte, was ihre Angst oftmals noch weiter verstärkt."
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Phobie)

Da ich jedoch nicht an einer generalisierten Sozialphobie leide, sondern an einer "spezifischen" Form, äußert sich bei mir die Angst anders.


1. August 2014

Wieso bloggst du?

Vor Kurzem wurde ich gefragt, wofür ich das hier überhaupt mache?!
Meine Beweggründe mit einem Satz zu erläutern, ist da jedoch ziemlich schwierig.
In der Vergangenheit hatte ich bereits immer mal wieder erwähnt, was mich dazu bewogen hat, diesen Blog zu starten. Dabei spielen viele Faktoren eine wichtige Rolle.

Natürlich ist es so, dass ich diesen Blog aus egoistischen Gründen begonnen habe. Ich wollte mir damit helfen, wollte mir damit etwas Gutes tun und vor allem, meine Erfahrungen und Gedanken hier festhalten.
Des Weiteren war es mir wichtig, Menschen "aufzuklären", die entweder mit Angsterkrankungen noch gar keinen Kontakt hatten oder noch dieses veraltete Bild von psychischen Erkrankungen im Kopf hatte (ich sage nur "Gaga" und "Gummizelle").
Gerade die Medien neigen dazu, der Gesellschaft ein bestimmtes Bild von psychisch erkrankten Menschen zu suggerieren. In Dokumentationen werden hauptsächlich immer die "schweren Fälle" präsentiert, so dass die Zuschauer den Eindruck bekommen können, dass jeder, mit dieser Erkrankung so leidet.
Aber wir sind alle verschieden und somit sind auch die Verhaltensweisen und Ausprägungen immer wieder individuell