27. August 2014

GASTbeitrag NR. 1 (LeichtesHerz / Essstörung)

Heute habe ich endlich die Möglichkeit, euch einen Gastbeitrag von der lieben Yana zu präsentieren. 
Wie man ja bereits hier des Öfteren lesen konnte, schreibe ich auf meinem Blog über eine psychische Erkrankung. Und natürlich gibt es eine Menge an psychischen Erkrankungen, die das Leben der Betroffenen beeinflusst. In Kooperation mit anderen Bloggern möchte ich euch in Zukunft Blogs vorstellen, die ebenfalls psychische Erkrankungen thematisieren.

Heute gibt es also den ersten Gastbeitrag von Yana. 


Yana leidet unter einer Essstörung und hat vor einiger Zeit mit dem Bloggen begonnen. 
Was ich an ihr mag? Sie geht in ihrem Blog offen und auch selbstkritisch mit dem Thema um. Sie macht weder Werbung für die Erkrankung, noch zensiert sie ihre Gedanken bzgl. der Essensaufnahme und dem Zwang, schlank zu werden.
Aber lest selbst:


Hallo Leute :)

Vielen, vielen Dank erst mal für das Angebot, hier einen Gastbeitrag zu veröffentlichen. 
Es ist mir sozusagen eine Ehre, denn ich lese L.H.P. schon eine ganze Weile. Außerdem ist es mir persönlich sehr wichtig, dass man über meine Krankheit aufgeklärt wird.

Ich heiße Yana, bin 17 Jahre alt und lebe in Bayern. Ich war nie besonders dünn, sondern immer kurvig bis mollig, könnte man sagen. Als ich in der zweiten oder dritten Klasse war, nahm ich noch einmal zu, was meinen Mitschülern nicht unbedingt entgangen ist, wenn ihr versteht, was ich meine.
Ich war eben schon weiter als andere, passte nicht richtig dazu, hatte halt etwas mehr auf den Rippen. Hätte es eine Hungersnot gegeben, wären andere vor mir gestorben (ja, das hat man mir mitunter genauso gesagt!).

Angeblich bin ich über die Jahre schlanker geworden. Ich bin eine Frau, habe Kurven, bin einfach "fraulich"! Ich bin weiblicher als meine Freundin, die mir nachmittags erzählt, sie habe an diesem Tag noch nichts gegessen. Am nächsten Tag macht sie DETOX, oder wie das heißt, und außerdem will sie zunehmen, weil ihr Freund sie zu dünn findet. Zwei Wochen später will sie abnehmen, weil sie zugenommen hat. Nennen wir sie einfach mal Ana, ich finde der Name passt ganz gut.



Jedenfalls wollte ich immer abnehmen, aber habe es nie wirklich geschafft. 


Die "Frau mit Kurven" fand und findet sich heute noch zu dick. Nein! Sie findet sich FETT!
Es gab Zeiten, da wog Ana 20 kg weniger als sie.
Aber die Frau war normal und Ana war zu fett.
Vielleicht habt ihr ja auch solche Freunde... ich könnte Ana manchmal den Hals umdrehen.
So kam es, dass ich von heute auf morgen beschlossen habe: Ich esse nichts mehr! 
Da ich es nicht geschafft habe, zu widerstehen, habe ich mich schon bald - es müsste Mitte Januar gewesen sein - zum ersten Mal erbrochen.

Versteht mich nicht falsch, ich will nicht behaupten, Ana habe mir eine Essstörung verpasst. Auch keine Modezeitschriften oder Bilder im Fernsehen. Oh nein!
Erstens: Ich lese vielleicht zwei- bis dreimal im Jahr eine Modezeitschrift. Ansonsten Bücher oder Blogs.
Zweitens: Ich und eine Modelkarriere? Ähm... ja... ^^

Bulimie bedeutet nicht, sich ab und zu zu übergeben. Bulimie bedeutet Ess-Brech-Sucht. Es gibt so viele Mädchen, die denken, Essstörungen seien ein guter Weg, schnell abzunehmen.
Euer Ernst? Mag sein, dass ihr abnehmt, aber ihr werdet es nicht merken, weil ihr eine komplett gestörte Selbstwahrnehmung habt!
Und schon bald kotzt ihr nicht nur ab und zu, sondern jeden Tag. Eure Portionen werden immer größer (!) und bald wisst ihr gar nicht mehr, was normal ist und was nicht.

Versucht, euch selbst so zu akzeptieren, wie ihr seid. Auch, wenn es schwer ist!

Liebe Grüße,



Yana
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An dieser Stelle möchte ich mich noch erneut bei Yana für den Beitrag und die offenen Worte bedanken. 
Psychische Erkrankungen haben verschiedene Wege, sich in das Leben von Menschen zu schleichen. Und ich denke, "Schleichen" trifft es ganz gut, denn meist ist es wirklich ein schleichender Prozess.

Und die meisten psychischen Erkrankungen haben eines gemeinsam:
Nur man selbst hat die Möglichkeit, durch Willensstärke und Kampfgeist, dagegen anzugehen.
Kein Arzt, kein Medikament kann bewirken, dass von heute auf morgen alles wieder "normal" wird. Nur, wenn man selbst bereit ist, an sich zu arbeiten, kann man es schaffen, aus diesem Gedankenkreislauf und den dazugehörigen Verhaltensmustern, auszubrechen.


Falls ihr dieses Thema auch interessant finden solltet, schaut doch einfach mal bei Yana vorbei:


Also liebe Yana.
Vielen Dank.
Und bleib tapfer!

L.H.P 

(Hast auch du einen Blog über eine psychische Erkrankung oder möchtest du deine Erfahrungen hier mit anderen Menschen teilen? Dann schreib mir doch einfach und vielleicht bist du der/die nächste Gastautor/-in)

1 Kommentar:

  1. Hallo
    Ich bin gerade auf deinen Blog gestoßen, und finde ihn richtig toll :)

    Schau doch mal auf meinem Blog vorbei.
    http://momentaufnahmenblog.blogspot.co.at/

    Vielleicht willst du mir ja Feedback dalassen?
    Ich freue mich auf deinen Besuch.
    Liebe Grüße

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