29. September 2014

Und manchmal öffnet sich eine Tür...

Als ich vor einigen Jahren meine zweite Ausbildung absolvierte, hatte ich eine wirklich schwere Zeit. Meine Erkrankung war stark ausgeprägt, die Umstellung vom Krankenhaus ins Büro fiel mir nicht leicht und das Arbeitsklima in meinem Ausbildungsbetrieb war furchtbar.
Alles in allem war es wirklich nicht leicht für mich, die Motivation zu finden, mich jeden Morgen zur Arbeit zu quälen.
Schon damals war für mich klar... sobald die Ausbildung vorüber ist, werde ich diesen Betrieb mit einem verbalen Stinkefinger verlassen. Und so tat ich das auch.

Die Zeit danach war erlösend und ich hatte das Gefühl, ich hätte genau das Richtige getan. 
Noch heute ist es so, dass ich diesen Schritt nicht bereue. 
Jedoch hatte ich damals einen Wunsch, der sich nicht so leicht erfüllen ließ.

Ich wünschte mir, dass ich einfach mal eine Zeit erleben darf, in der ich sowohl beruflich, als auch privat mal zufrieden bin, mit dem, wie es gerade ist. 
Gerade die Problematik mit meiner Erkrankung hat es oft schwierig gemacht, den privaten und vor allem auch den beruflichen Alltag zu bestreiten.

Die Jahre danach waren ein ewiges Auf und Ab. Privat glitt mir alles aus den Händen und ich konnte nur dabei zusehen, wie das, was man sich jahrelang aufbaute, mit der Zeit auseinander brach.
Beruflich hatte sich zwar etwas entwickelt, was mir durchaus gefiel und mich ausfüllte, allerdings war auch dieses Glück unbeständig, weil ich wusste, dass es nach einer Weile wieder zu Ende sein würde... schließlich war ich nur befristet.

Als ich dann auch beruflich mich von dem verabschieden musste, was mir so viel Freude bereitete, gab es eben eine Zeit, in der ich mich ernsthaft fragte, wie das alles nur weitergehen soll.
Ich war allein, ohne Arbeit und hatte auch keinen Schimmer, was mich zukünftig erwarten würde.



Das Einzige, was mich aufrecht hielt, war die Tatsache, dass ich zumindest...

25. September 2014

Die Angst ist ein mieser Verräter

Anfang dieser Woche hatte ich nach langer Zeit wieder eine Situation, die mir beinahe Grund zur "Flucht" gab.
Grund dafür war das Gefühl der aufkommenden Angst und den dazugehörigen Körperreaktionen.

Es war ein Tag wie jeder andere. Keine besonderen Vorkommnisse oder Momente, die mich aus meinem alltäglichen Konzept gebracht hätten.
Und trotzdem stand ich da... im Supermarkt zwischen Dosensuppen und Würstchengläsern. 
Eigentlich war ich auf der Suche nach etwas. Egal wo ich nachsah, ich konnte es einfach nicht finden.
Ich irrte umher, suchte zwischenzeitlich nach einer Mitarbeiterin des Ladens und schaute weiterhin nach dem, was ich eigentlich besorgen wollte.
Gedanklich war ich... ja... wo war ich gedanklich eigentlich? Das kann ich nicht mal genau sagen.
Und plötzlich war es da wieder. Dieses Gefühl, was mir so bekannt ist.
Angst





Erst war sie nur leicht zu spüren, so dass ich versuchte, mich gedanklich abzulenken. Ich irrte also weiter umher, merkte aber auch,...

22. September 2014

Spontanität

Ich persönlich gehöre nicht zu der Sorte Mensch, die in ihrem Leben viel Raum für Spontanität gewährt. Um ehrlich zu sein stresst mich Spontanität sogar häufig.
Ich kann nicht sagen, warum das so ist, aber spontane Aktionen und Entscheidungen setzen mich oftmals unter Druck und fallen mir daher ziemlich schwer.

Doch manchmal stelle ich auch fest, dass gerade die Dinge, die man spontan entscheidet, genau die Dinge sind, die das Leben auf eine gewisse Art und Weise besonders machen.
Besonders in dem Sinne, dass sich daraus etwas entwickeln kann, was zuvor so ungeplant und auch unerwartet ist. 
Man schafft sich damit Raum für Neues. Raum für etwas, was durch eine akribische Planung höchstwahrscheinlich nicht so eingetreten wäre oder zumindest nicht den selben Effekt hätte.
Spontanität kann Druck erzeugen... ja... aber genauso kann sie reizvoll sein.



Und vielleicht ist gerade diese Erkenntnis etwas, was mich dazu bringen sollte,...

18. September 2014

Schubladendenken

Ich bin die, die ergebnisorientiert ihre Arbeit verfolgt, aber im Privatleben oftmals ziemlich unstrukturiert ist.
Die, die es hasst, sich nirgendwo richtig auszukennen, aber es nicht mal schafft, sich ein paar Straßennamen zu merken.
Die, die oftmals ziemlich selbstbewusst erscheint, aber eigentlich sehr an sich selbst zweifelt.
Ich bin die, die oftmals eine Erkrankung an sich vermutet, aber es hasst, zum Arzt zu gehen.
Die, die Vorurteile furchtbar findet, aber es selbst genoss, als Blondine unterschätzt zu werden.
Die, die Drogen verachtet, aber dennoch Nikotin und Alkohol konsumiert.
Ich bin die, die Veränderungen fürchtet, aber sich eigentlich nichts mehr als das wünscht.
...

Wie man sieht... der Mensch ist facettenreich.
Man widerspricht sich oftmals selbst, ohne sich im Klaren darüber zu sein.
Man kann einen Menschen so schnell in eine Schublade stecken, ohne wirklich zu hinterfragen, ob dieser Mensch noch andere Seiten hat, die er aber so nicht zeigt oder zeigen kann?!




Nicht immer sagt das Äußere genau das aus, was die Person eigentlich ausmacht.
Und nicht immer kennt man einen Menschen, nur weil man seine Geschichten las oder Bruchstücke des Lebens kennenlernen durfte.

15. September 2014

Wer ist Schuld? Der Druck ist Schuld

Wie heißt es noch so schön? "Wir alle haben unser Päckchen zu tragen"
Und so altbacken dieser Spruch auch klingt... in ihm steckt doch soviel Wahres.
Jeder Mensch hat einen Bestandteil in seinem Leben, der ihm zu schaffen macht (auch, wenn viele das vielleicht nicht so offen zugeben würden).
Sei es ** eine belastende Partnerschaft, der Verlust eines geliebten Menschen, eine immer wieder auftretende Angewohnheit, ein nerviger Charakterzug, noch ungeklärte Streitigkeiten aus der Vergangenheit, finanzielle Schwierigkeiten oder eine Erkrankung?!**

Ich glaube, es gibt wirklich nur ganz ganz wenige Menschen, die rundum mit allem zufrieden sind.
Woran das liegt?
Nicht an den "Problemen" selbst, sondern viel mehr an der Mentalität und der persönlichen Einstellung des jeweiligen Menschen. 
Wie oft bekommt man mit, dass die Menschen, denen es besonders schlecht ergeht, jede Kleinigkeit wertschätzen und sich über die einfachsten Dinge erfreuen?!
Warum können wir das nicht?

Ganz einfach... wir haben zu hohe Ansprüche.
Ansprüche an uns selbst, an unser Umfeld, an unsere Arbeit...
Aufgrund dieser hohen Ansprüche wird auch der Druck von außen höher, weil natürlich unsere Mitmenschen ebenfalls hohe Ansprüche haben.

Meine Theorie:




Wenn dann noch solche Umstände (wie oben ** beschrieben) dazukommen, ist natürlich klar, dass sich soviel Druck aufbaut, dass dieser sich irgendwo "entladen" muss. Manche suchen gezielt Entspannung, treiben Sport, suchen den Nervenkitzel oder schaffen es, ihren Ballast durch Gespräche mit anderen Personen loszuwerden. Manchmal kommt es aber auch vor, dass dieser Druck sich durch körperliche Reaktionen äußert. 

Wenn man mal darüber nachdenkt, wie viele Erkrankungen stressbedingt sind?!
Migräne, Reizdarm, Magengeschwüre, unwillkürliches Zittern / Muskelkontraktionen, Mundtrockenheit, Ohrensausen, Kreislaufbeschwerden und und und...

Was kann man also dagegen tun, wenn man sich nicht mit unnötig vielen Medikamenten zudröhnen möchte?
Ich glaube, auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort (wäre ja auch zu einfach...).
Jeder muss für sich herausfinden, was ihm gut tut, wonach seine Psyche und sein Körper verlangt.
Was für Person A absolut toll wirkt, muss für Person B nicht unbedingt genau so effektiv sein.
Nicht jeder Mensch möchte in seiner Freizeit einen Töpferkurs besuchen, sich auf dem Tennisplatz auspowern oder einfach nur stundenlang in den Himmel starren.

Also ist es unsere Aufgabe, in der mit Druck belasteten Gesellschaft, eine Möglichkeit zu finden, diesen Druck loszuwerden.

Ich selbst bin noch auf der Suche, merke aber, dass ich mich dem eigentlichen Ziel schon langsam annäher.
Ich hoffe, ihr habt euren Ausgleich schon gefunden oder befindet euch bereits auf der Suche.

In diesem Sinne...

L.H.P. 

11. September 2014

Hoffnung

Hoffnung ist ein Wort, mit dem man so viel verbinden kann.
Wünsche, Träume, Erwartungshaltungen und manchmal einfach nur eine irrationale Denkweise, die man selbst kaum bis gar nicht begründen kann.

Ich selbst habe schon viel zu oft gehofft, wurde dementsprechend auf viel zu oft enttäuscht und musste lernen, dass man manchmal einfach darauf vorbereitet sein muss, dass manche Hoffnungen eben wie eine Luftblase zerplatzen.

Vielen wird es in der Vergangenheit schon so ergangen sein?! 
Und wahrscheinlich haben auch Einige, aufgrund dieser Erfahrungen, das Hoffen aufgegeben.
Ich selbst kann von Glück davon sprechen, dass es mir bisher nicht so passiert ist.
Ich glaube, wenn man aufgehört hat, sich etwas zu wünschen oder etwas zu hoffen, hat man eigentlich kaum noch einen Anreiz, das, was man Leben nennt, glücklich fortzuführen.


Foto: Sarina Photography                               http://sarinagphotography.blogspot.de/

So sehr ich auch versuche, ein Optimist zu sein... in der Regel bin ich ein Realist und manchmal sogar absolut pessimistisch.
Bei vielen Dingen denke ich "Ach, das klappt eh nicht" und gehe dementsprechend in manche Situationen hinein. Aber würde ich wirklich diese Situationen überhaupt erst aufsuchen, wenn ich vollkommen davon ausgehen würde, dass es nicht funktioniert?

8. September 2014

Belastungsprobe und Körperreaktionen

Letzte Woche zeigte sich meine Erkrankung von einer ganz neuen Seite...
... ich musste lernen, dass ich mich in gewisser Hinsicht etwas überschätzt habe.

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll?!
Ich bin an meinem neuen Arbeitsplatz einem erheblichen Stressfaktor ausgesetzt, den ich bis vorher so noch nicht ausgesetzt war. Zumindest nicht auf so lange Zeit.
Es gibt eine Person die mich auf eine so penetrante Art nervt, dass ich manchmal echt nicht weiß, wie ich das ignorieren soll. Das Schlimme daran... ich bin dem einfach ausgesetzt. Eine Konfrontation würde das Arbeitsverhältnis dermaßen beeinträchtigen, dass dies nicht Frage kommt. 
Das Problem ist den Vorgesetzten bekannt und es wird auch in ferner Zukunft eine Lösung dafür geben. Solange muss ich das aber aushalten, was mir wirklich sehr sehr schwer fällt.

Ich bin eigentlich ein Mensch, der mit den meisten Menschen wirklich ziemlich gut auskommt. 
Ich bin sozial eingestellt, würde behaupten, eine ausreichend große Portion Empathie zu besitzen und bin (fast) immer freundlich, selbst, wenn mir gar nicht danach ist. Wieso? Weil ich das für höflich halte. 



Nun ja, nun bin ich schon eine ganze Weile Montags bis Freitags dieser Person ausgesetzt und diese Woche habe ich die ersten körperlichen Auswirkungen dieser "Genervtheit" zu spüren bekommen.

4. September 2014

Bald ist es wieder soweit! Der Herbst kommt...

Schon im letzten Jahr hatte ich verkündet, dass der Herbst (neben dem Frühling) meine liebste Jahreszeit ist.
Da es hier in meinem Wohnort eh in jeder Jahreszeit regnet, macht dies zumindest keinen Unterschied, der mir diese Jahreszeit vermiesen würde. Ich kenn' es ja nicht anders ;-)

Am 23.09.2014 ist es also wieder soweit. Dann dürfen/müssen wir uns offiziell vom Sommer (den es ja dieses Jahr nicht wirklich gab) verabschieden.
Und ich habe mich dafür schon mal herausgeputzt....
Gummistiefel, für meine Waldspaziergänge, sind gekauft und wurden bereits zweimal getestet. Und was soll ich sagen? Das war eine, der besten Investitionen, seit Langem.




1. September 2014

Die häufigsten Fragen.... (Teil 1)

Die häufigsten Fragen, die mir gestellt werden, habe ich jetzt einfach mal hier aufgelistet. 
... sollten mir in Zukunft noch mehr ein- oder auffallen, dann werde ich noch einen zweiten Teil veröffentlichen :-) Und gerne dürfen auch Fragen in den Kommentaren gestellt werden.

Also fangen wir mal an:

Wie kam das?
Es hat alles mit einer harmlosen Blasenentzündung angefangen.... (um die Erzählung hier abzukürzen, verweise ich an dieser Stelle einfach mal auf den Blogpost "Kontrollverlust", in dem ich all das beschreibe, was ich dem Fragenden auch antworten würde.

Und woher weißt du, dass es nicht an der Blase liegt?
Zu Beginn wusste ich das nicht. Es war klar... da ist eine Blasenentzündung.... nein, da war eine Blasenentzündung. Als die jedoch relativ schnell behandelt war, waren die Symptome und die Ängste weiterhin noch präsent. Der Moment, in dem mir klar war "da kann was nicht stimmen", war der Moment, als ich bei einem Urologen zur Untersuchung war. Ich saß da, schilderte ihm das Problem und er bat mich, mich auf die Untersuchungsliege zu legen. Wie bei einer Schwangeren, setzte er das Ultraschallgerät auf meiner Bauchdecke an und untersuchte die Blase. Während er das tat, hatte ich das Gefühl, ich müsste schnell eine Toilette aufsuchen. Ich merkte, wie die Panik in mir hoch stieg und ich sagte ihm, ich müsse schnell gehen, sonst hätten wir hier gleich ein Problem. Der Arzt forderte mich jedoch auf, liegen zu bleiben und er wolle die Untersuchung "noch eben" zu Ende führen. Als er dann sagte "Schauen Sie doch mal... Sie können gar nicht müssen... Ihre Blase ist leer", schaute ich mit entsetzen auf den Monitor des Ultraschallgerätes und stellte fest "Verdammt! Er hat recht".
Dieser Moment, wo ich da lag, mein Körper mir eine (rand-)volle Blase signalisierte, aber die Augen sahen, dass da nichts ist, war der Moment, in dem ich Begriff, dass irgendetwas mit mir nicht stimmen kann.

Und da kann man nichts tun? Geht das nochmal weg?