25. März 2015

[A-Z] A und B

A… wie Angst und Agoraphobie

Angst ist kein ständiger Begleiter meines Lebens. Es hat lange gedauert bis ich das sagen konnte, denn das war mal anders. Bis vor ein paar Jahren gab es nur selten Tage, an denen ich mich angstfrei fühlte. Das waren die Tage, an denen ich wusste, dass ich die Wohnung nicht verlassen musste und daher immer eine Toilette in „greifbarer“ Nähe hatte.
Und in dem Zusammenhang lernte ich auch, dass angstfrei sein nicht gleichzeitig „glücklich sein“ bedeutet. Ich war viel allein, viel zuhause und hatte viele Pläne an mir zu arbeiten, von denen ich aber nur wenige wirklich umsetzte. Zum einen, weil es einfach in meinem Kopf viel zu viele Gründe gab, es nicht zu tun; es niemandem in meinem Leben gab der zu mir sagte „Komm, wir machen das jetzt“ UND ich durchaus einfach viel zu oft, viel zu bequem war.



Die Angst lähmte mich und nahm mir jeglichen Mut und somit auch jegliche Motivation.
Es hat bei mir eine wirklich lange Zeit gedauert, bis ich begriffen hatte, dass es Angst ist, die mich von allem abhält. Zu Beginn meiner Erkrankung bin ich ja noch feste davon ausgegangen, dass ich ein organisches Leiden habe.
Als dann jedoch feststand, dass es eben nur eine reine Kopfsache ist, wollte ich mich nicht damit abfinden und etwas dagegen tun.
Ich habe eine Agoraphobie. Das war mir damals aber so noch nicht klar. Um ehrlich zu sein, habe ich meine eigentliche Diagnose erst im letzten Jahr erfahren. Natürlich wusste ich, was ich habe, aber so explizit war es mir dann doch nicht klar.
Was genau eine Agoraphobie ist,...

24. März 2015

Ankündigung Blogparade "Mein Leben mit/als... -Blogger machen Mut!-"


Den heutigen Blogpost möchte ich dafür nutzen, eine Ankündigung zu machen:

Ich nehme an einer Blogparade teil, die sich mit dem Thema "Blogger machen Mut" beschäftigt.
Es haben sich mehr als 20 Blogger zusammengetan, welche mit verschiedensten Themen in ihrem Leben zu kämpfen hatten/haben. Und genau aus dem Grund nehme ich daran teil... schließlich passt mein Blogthema doch ganz gut dort hinein.

Es sind wirklich sehr interessante und vielfältige Themen dabei.
Also ein Klick zu den einzelnen Beiträgen (einfach auf die Fotos klicken) wird sich sicherlich lohnen :-)

Der erste Blogpost ist gestern schon online gegangen.

Also kann es nun offiziell losgehen...

Hier noch eine kleine Übersicht der Blogger, der Zeiträume der Veröffentlichungen und der Blogs:


Image Map

16. März 2015

Wertschätzung

In den letzten Jahren habe ich etwas gelernt und ich weiß nicht, worauf dies zurückzuführen ist.
Liegt es an meinem Alter, an den Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren sammeln durfte/musste oder hat vielleicht auch meine Erkrankung etwas damit zu tun?!

Nun ja… ich habe gelernt, viele Dinge in meinem Leben mehr wertzuschätzen.
Das soll natürlich nicht heißen, dass ich früher undankbar war, aber ich habe weniger die kleinen Dinge wahrgenommen und mich eher auf große Ziele konzentriert.
Aber heute ist das anders. Heute sehe ich Vieles aus einem andere Blickwinkel. 

Nicht komplett anders, aber einfach auf eine bestimmte Art und Weise bewusster.
Dinge, die für mich früher unwichtig oder gar selbstverständlich waren.

Um mal ein paar Beispiele zu nennen:
- Ich erinnere mich, dass gerade in meiner Teenagerzeit meine Eltern eher lästig und vor allem selbstverständlich waren. Heute weiß ich, was sie all die Jahren mit uns Kindern „durchgemacht“ haben und bin dankbar dafür, dass sie mir auch heute noch jederzeit helfen, wenn ich ihre Hilfe brauche.


- Morgendlicher...

11. März 2015

GASTbeitrag NR. 4 (Nelli / Persönlichkeitsstörung + Dysthymie)

Heute habe ich einen Gastbeitrag von der lieben Nelli für euch.
Wie bereits in der Vergangenheit erwähnt, dienen die Gastbeiträge dazu, euch einige psychische Erkrankungen vorzustellen und somit etwas aufzuklären.

Nelli leidet unter einer Persönlichkeitsstörung + Dysthymie 



Sie selbst hat einen Blog, in dem sie Dinge präsentiert und niederschreibt, die sie beschäftigen. Wirklich gut geschriebene Texte, die verständlich machen, was in ihrem Kopf vor sich geht. 
*** Kleine Warnung: Manche Texte sind nichts für zart besaitete Menschen ***

Nelli scheint sehr offen mit ihren Gedanken und ihrer Erkrankung umzugehen. Das finde ich wirklich sehr bewundernswert. Sie meistert ihr Leben von Tag zu Tag, durchlebt schwere Zeiten und reflektiert diese. Und wer nun den folgenden Beitrag liest, wird sich vorstellen können, wie schwer das für sie sein mag. 


Ich bin traurig. Sehr lange schon. Seit vielen, vielen Jahren. 

Aber ich weiß nicht warum. Meistens bin ich nur traurig, ohne etwas, worüber ich traurig bin. 


Gleichzeitig bin ich unfähig Freude zu empfinden, kann keine Begeisterung spüren, kein Glück. Verliere das Interesse an allem. 

Ich fühle mich außerdem sehr einsam. Es ist ein zerfressendes Gefühl. Ein Gefühl, dass mich in die Verzweiflung und Panik treibt. 


Ich habe Angst davor, dass ich für immer einsam sein werde. Es ist eine weite Einsamkeit. Ich fühle mich fremd in der Welt, in diesem Leben. Anders. Andere Menschen freuen sich ab und zu, sehen glücklich aus, regen sich auf, lieben sich, geben sich zufrieden. 


Ich werde nie so sein. Ich werde immer anders sein. Immer allein. Mir fehlt so vieles, um diese Einsamkeit abzulegen, mir fehlt Freundschaft, Liebe, auch körperliche Nähe, Intimität. Mein größter Wunsch ist, eine*n beste*n Freund*in zu haben. Nicht mehr allein zu sein. 




Wenn ich allein bin, verbringe ich die meiste Zeit damit, darauf zu warten, dass ich nicht mehr alleine bin. 

Ab und zu...