25. März 2015

[A-Z] A und B

A… wie Angst und Agoraphobie

Angst ist kein ständiger Begleiter meines Lebens. Es hat lange gedauert bis ich das sagen konnte, denn das war mal anders. Bis vor ein paar Jahren gab es nur selten Tage, an denen ich mich angstfrei fühlte. Das waren die Tage, an denen ich wusste, dass ich die Wohnung nicht verlassen musste und daher immer eine Toilette in „greifbarer“ Nähe hatte.
Und in dem Zusammenhang lernte ich auch, dass angstfrei sein nicht gleichzeitig „glücklich sein“ bedeutet. Ich war viel allein, viel zuhause und hatte viele Pläne an mir zu arbeiten, von denen ich aber nur wenige wirklich umsetzte. Zum einen, weil es einfach in meinem Kopf viel zu viele Gründe gab, es nicht zu tun; es niemandem in meinem Leben gab der zu mir sagte „Komm, wir machen das jetzt“ UND ich durchaus einfach viel zu oft, viel zu bequem war.



Die Angst lähmte mich und nahm mir jeglichen Mut und somit auch jegliche Motivation.
Es hat bei mir eine wirklich lange Zeit gedauert, bis ich begriffen hatte, dass es Angst ist, die mich von allem abhält. Zu Beginn meiner Erkrankung bin ich ja noch feste davon ausgegangen, dass ich ein organisches Leiden habe.
Als dann jedoch feststand, dass es eben nur eine reine Kopfsache ist, wollte ich mich nicht damit abfinden und etwas dagegen tun.
Ich habe eine Agoraphobie. Das war mir damals aber so noch nicht klar. Um ehrlich zu sein, habe ich meine eigentliche Diagnose erst im letzten Jahr erfahren. Natürlich wusste ich, was ich habe, aber so explizit war es mir dann doch nicht klar.
Was genau eine Agoraphobie ist,...

... werde ich demnächst hier auf meinem Blog genauer beschreiben.
Um es jedoch kurz anzureißen: „Es handelt sich um eine Angst bis hin zur Panik an bestimmten Orten, die aus diesem Grunde gemieden werden.“ (Quelle: Wikipedia).
Warum das auf mich zutrifft, aber dennoch nicht so wirklich stimmt, werde ich zukünftig dann auch noch beschreiben ;-)

B… wie Berufsleben, Bedürfnisse und Blasenschwäche

Während meiner Erkrankung gab es einen Zeitraum in dem ich mich beruflich neu orientieren musste. Wie bereits in diesem Blog erwähnt, musste ich mich damals von meinem eigentlichen Wunschberuf der Krankenschwester verabschieden und mir einen neuen Ausbildungsberuf suchen, der mit meiner Einschränkung zu bewältigen ist. Also ging ich ins Büro (denn Papier ist geduldig). Eine Versorgung eines Patienten war zum damaligen Zeitpunkt undenkbar, weil ich ja selbst so sehr mit meiner Erkrankung beschäftigt war. Das mir die Arbeit im Büro ziemlich gut liegt, stellte sich allerdings auch erst während der Ausbildung heraus. Ich selbst dachte eher pragmatisch und wollte einfach nur arbeiten und etwas tun, wo es nicht schlimm ist, wenn ich öfter als Andere die Toilette aufsuche. Dieser Abschnitt meines Lebens liegt nun schon 7 Jahre zurück und trotzdem denke ich oft an meine Zeit im Krankenhaus zurück. Ich habe den Beruf geliebt und habe ihn wegen meines "Hirns" verloren. Nun ja… vielleicht hätte dieser Beruf mir auch langfristig nicht gut getan?! Wer weiß das schon?!
Jetzt arbeite ich seit knapp 3 ½ Jahren in meinem Beruf und bereue es nicht. Eigentlich tue ich das, was ich tue, ziemlich gerne und bin froh, dass ich für mich einen Weg gefunden habe, produktiv zu sein und Geld verdienen zu können.


Außerhalb meines Berufslebens gibt es allerdings auch viele Bedürfnisse, die ich mir (noch) nicht so einfach erfüllen kann. Viele Dinge, die ich früher gerne getan habe, sind noch immer für mich schwierig zu bewältigen.
Daher habe ich Pläne und Träume, an denen ich mich klammere. Das sind die Gründe, die in schwierigen Zeiten mir helfen, nach vorne zu schauen und nicht wieder drei Schritte zurückzugehen.
Ich möchte in den Urlaub fahren, möchte in meiner Freizeitgestaltung flexibler sein. Ich möchte evtl. irgendwann eine Familie gründen. Ich möchte etwas tun können, ohne vorher darüber nachzudenken, ob das für mich „machbar“ und „zu bewältigen“ ist.
Diese Tage gibt es heute schon, aber mein Bewegungsradius ist doch noch sehr begrenzt. Das muss sich ändern.

Eine Blasenschwäche existiert bei mir nicht. Hat es auch nie. Aber dennoch gibt es eben da diese Angst. Ich kann mir natürlich vorstellen, dass aufgrund meiner "häufigen" Toilettengänge meine Beckenbodenmuskulatur nicht mehr die Beste ist (wobei bisher alle Ärzte meinten "Also ihre Blasenmuskulatur muss ja sowas von trainiert sein"). Aber nein... eine Blasenschwäche ist bisher nicht vorhanden, worüber ich sehr sehr dankbar bin.

L.H.P.


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