1. April 2015

[A-Z] C und D

C... wie Computer

Meinen ersten Computer bekam ich mit 9 Jahren. Damals dienter dieser nur dazu, irgendwelche alten Quizspiele zu spielen und Brief an meine beste Freundin zu verfassen. Später schrieb ich Referate und einige Hausaufgaben darauf, aber erst, als das Internet auch für private Haushalte immer zugänglicher und finanzierbarer wurde, war der Computer nicht mehr nur für den alltäglichen Schreibkram da.

Plötzlich gab es so viele Möglichkeiten und so viel von zuhause aus zu entdecken. Und nach einigen Jahren war das Internet und somit auch der Computer nicht mehr wegzudenken.
Natürlich diente der Computer ab einem gewissen Zeitpunkt auch dazu, Kontakte zu knüpfen.
Man schrieb plötzlich mit wildfremden Menschen, tauschte sich über Dinge des eignen Lebens aus und fing an, Personen zu "mögen", die man zuvor noch nie gesehen hatte.



Als ich dann akut erkrankte, war der Computer das einzige Mittel, soziale Kontakte aufrecht zu erhalten...
Zu der Zeit, wo ich kaum noch die Wohnung verlassen konnte, meine Gedanken sich fast ausschließlich um meine Erkrankung drehten (und nein... das ist heute definitiv nicht mehr so!) gingen mir fast alle Freunde verloren. Ich hatte einen schwierigen Weg vor mir, den ich allerdings dann ohne die Hilfe von Freunden bestreiten musste.
Nun ja... nun saß ich alleine zuhause, fühlte mich einsam und...


... wusste nicht, was mir aufgrund meiner Einschränkung zukünftig bevorsteht.
Und da fiel es mir wieder ein... ich hatte doch diese "alte" Kiste zuhause stehen, mit der es mir schon als Teenager gelang, Kontakte außerhalb meiner eigentlichen Reichweite zu knüpfen.

Was soll ich weiter dazu sagen?! Der Computer wurde seit dem wieder ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Ich habe viele Kontakte schon über Jahre zu Menschen, die ich zwar schon gesprochen und vielleicht sogar schon auf dem Monitor gesehen, aber noch nie getroffen habe.
Und trotzdem würde ich sie als meine "Freunde" bezeichnen, weil sie viele Höhen und Tiefen mit mir durchlebt und geteilt haben.

Beruflich arbeite ich fast ausschließlich am Computer und privat nutze ich ihn auch für eigentlich fast alles.
Nur Wäsche waschen, Geschirr spülen und Staubsaugen kann man damit leider noch nicht ;-)

Aber keine Sorge?! Es macht mir nichts, die Kiste auch mal ausgeschaltet zu lassen und ich komme auch ganz gut ohne meinen Computer zu recht. Aber komplett vermissen, wollte ich ihn jedoch nicht.


D… wie Dankbarkeit, Denkweise, depressive Verstimmung und Durchhaltevermögen

Seitdem ich erkrankt bin, weiß ich viele Dinge in meinem Leben mehr zu schätzen. Ich bin dankbarer als früher. Selbst rückblickend betrachtet, bin ich dankbar für Menschen, die meinen Weg gekreuzt haben; für Situationen, die ich erleben durfte; für Chancen, die ich nutzen konnte.

Nicht alles im Leben entwickelt sich so, wie man es vielleicht geplant oder gehofft hatte. So ist das nun mal. Und dennoch sollte man dankbar sein. Dankbar für die Erfahrung und die Erinnerungen, die man dadurch mitnehmen durfte.

In der Vergangenheit hatte ich bereits schon 2 Blogposts zu dem Thema geschrieben.
Schaut doch mal hier und hier vorbei.




Wenn man unter einer Angststörung leidet, ist die Denkweise in fast allen Situationen anders, als die, die ein gesunder Mensch hat. Ein erkrankter Mensch sucht nach Angstquellen, sieht Hindernisse schon, bevor sie überhaupt im Weg stehen und malt sich Situationen aus, die wahrscheinlich nie so eintreffen werden.

Man ist immer auf der Hut, da man einfach auf angsterzeugende Situationen "vorbereitet" sein möchte. Auch, wenn einem selbst bewusst ist, dass das absolut kontraproduktiv ist.
Allerdings meint man, damit sich und vor allem die Angst eher kontrollieren zu können. (Schwachsinn!!!)

Obwohl ich eigentlich ein fröhlicher Mensch bin, kommt es ab und an vor, dass ich mich schlecht fühle. Schlecht, ohne wirklichen Grund. Klar... Gründe würde man immer finden, aber in solchen Momenten ist da nichts Konkretes, was mir im Hirn umherschwirrt. Man fühlt sich einfach niedergeschlagen, ohne genau benennen zu können, warum das so ist. In dem Entlassungsbericht der Rehaklinik (siehe hier) schrieb man von "Stimmung reduziert", was ich als sehr passend betrachten würde. Ich würde mich nicht als depressiv bezeichnen, aber ab und an habe ich leichte "depressive Verstimmungen".

Im Prinzip halte ich mich für eine Kämpferin. Ich schlage mich so durchs Leben und versuche mich auf die Dinge zu fokussieren, die mir wichtig sind. Aber auch ich komme oftmals an einen Punkt, an dem ich nicht weiter weiß. An dem ich alles hinterfrage und einfach dort stagniere, wo ich mich gerade befinde. Das sind Wochen, an denen ich keine Fortschritte mache und mich von Tag zu Tag schleppe, ohne genau zu wissen, wofür ich eigentlich weiterkämpfe?! Auch mein Durchhaltevermögen hat seine Grenzen. In solchen Momenten brauche ich eine Pause. Eine Pause von mir selbst. Eine Pause von meiner Erkrankung. Da ziehe ich mich zurück, um neue Kraft zu sammeln. Aber auch das sind nur Phasen, die mich auf das vorbereiten, was da noch kommen mag.

L.H.P. 

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