27. Mai 2015

Leidenschaft

Leidenschaft ist etwas, was uns alle irgendwann im Leben überkommt und vielleicht sogar auch über längeren Zeitraum begleitet. Leidenschaft ist etwas, was uns packt und in dem Moment einfach nicht mehr loslässt. Wir können sie für vieles entwickeln und leider ist sie nicht zwingend etwas, was beständig bei uns bleibt.

Es gibt viele unterschiedliche Dinge, für die man eine Leidenschaft entwickeln kann.
Die meisten Menschen haben ein Hobby, welches sie leidenschaftlich nachgehen.
Gerade im kreativen Bereich fällt dieser Begriff häufiger. Maler, Bildhauer, Autoren oder auch Fotografen gehen häufig ihrer Tätigkeit mit Leidenschaft nach.
Auch Sportler sind oft von dieser "Krankheit" betroffen. Gerade die, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben.




Dann gibt es wiederum auch Menschen, die vielleicht mal irgendwann Leidenschaft empfunden, diese aber im Laufe des Lebens verloren haben. Wenn das, wofür man irgendwann einmal so viel empfunden hat, zum Alltag wird oder vielleicht einfach die Lust und das Besondere daran verloren gegangen ist. Natürlich ist es...


...unter diesen Umständen schwierig, dann noch so etwas wie Leidenschaft zu empfinden.

Wie ich bereits mal beschrieben hatte, habe ich als Kind schon furchtbar gerne geschrieben (hier). Geschichten, Gedichte... alles, was mir irgendwie im Kopf umherschwirrte, hielt ich auf Papier fest (und ja, damals war es wirklich noch Papier).
Für viele Jahre habe ich dann die Lust daran verloren. Ich ging anderen Tätigkeiten nach, nahm mir keine Zeit mehr dazu und irgendwie ging mir auch die Fantasie flöten.

In der Schule konnte ich dieses Hobby nur dann ausüben, wenn ich mich irgendwie kreativ gefordert fühlte. Referate, Hausaufgaben die erzählerischen Spielraum gaben oder auch Gedichte, die ich im Deutsch-Unterricht schreiben musste, waren die einzigen Möglichkeiten, wo ich das nutzen konnte, was ich gerne tat.
Aber auch dort wurden meine Gedankengänge und somit auch das, was ich am Ende niederschrieb, eingegrenzt, was dazu führte, dass Spaß nie so richtig aufkam.

Dieser Blog ermöglichte mir dann plötzlich das zu tun, was ich gerne tue. Schreiben.
Schreiben über das, wonach mir ist. Ohne Vorgaben, ohne ein Ziel, was am Ende des "Artikels" zu erreichen ist. Einfach Schreiben. Und ja... das tue ich mit Leidenschaft. 
Natürlich mal mehr und mal weniger. Aber wenn ich das hier alles ganzheitlich betrachte, tue ich das wirklich gern.

Leidenschaft entwickel ich auch in der Liebe. Ich habe nie das Gefühl gehabt, dass es irgendwie notwendig ist oder etwas ist, was die Norm vorschreibt. Ich habe nie das Gefühl gehabt, es sei auf irgendeine Art zwingend erforderlich eine Beziehung mit jemandem einzugehen. Ich war schon früh relativ selbstständig. Aber dennoch ist Liebe etwas, was mich erfüllt. Etwas, was ich mit ganzem Herzen tue. Leidenschaftlich eben.

Ich halte es für wichtig, dass man im Leben irgendetwas hat, was man mit Leidenschaft tut.
Egal, was es ist. Sport, Kochen, Malen, Basteln... Leidenschaft schafft einen Ausgleich. Sie gibt uns die Möglichkeit gedanklich abzuschalten, den Geist frei zu machen. 
Für mich ist Leidenschaft etwas, was dazu verleitet zu fühlen und weniger zu denken.

Mir selbst fällt das oft schwer, aber ich persönlich merke an folgendem Indiz, dass ich etwas leidenschaftlich tue:
Ich kann abschalten!
Mein Problem ist es, dass ich z.B. nicht viel von arbeitsfreien Tagen habe. Nicht, dass ich sie nicht gerne habe, aber irgendwie nutze ich sie nicht richtig. Ich kann mich nicht richtig erholen, kann nicht abschalten. Mich auf die Couch zu legen und mich von dem berieseln zu lassen, was gerade im Fernsehen läuft, hilft mir nicht, abzuschalten. Mich in die Sonne zu legen und in der Sonne zu brutzeln bringt auch nicht wirklich die vollkommene Erholung, die man sich eigentlich von einem Urlaub erhofft. Irgendwie kriege ich das nicht hin. 
Ich meine nicht, dass ich die ganze Zeit an die Arbeit denke.... überhaupt nicht. Aber der Kopf rattert weiterhin und gibt nur kaum Ruhe.

Erst, wenn ich etwas mit Leidenschaft tue (z.B. Schreiben oder in den Armen einer geliebten Person verweile...), kann der Kopf abschalten. Und genau das ist, was ich versuche damit zu sagen. Diese Art der Empfindung, die Leidenschaft, ermöglicht es uns, einen Schritt fernab des eigentlichen Alltagstrotts zu wagen und einen Moment nur das zu tun, was uns gut tut. Wer für sich noch nicht herausgefunden hat, was er mit Leidenschaft tut, nimmt sich die Chance, frei zu sein. Frei im Kopf.

L.H.P. 

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