17. Mai 2015

Wer bin ich überhaupt? (Teil 1)

Wer regelmäßig meine Blogposts verfolgt, kann sich ungefähr schon ein Bild von mir als Person machen.
Aber wer bin ich überhaupt? Das ist eine gute Frage... ich glaube, im Grund wissen wir selbst nicht zu 100 Prozent, wer wir sind und was wir mal sein werden?! Der Mensch entwickelt sich im Laufe seines Lebens und niemand kann genau voraussagen, wer man in 4 oder 10 Jahren sein wird.

Aber wer bin ich aktuell?
Das kann ich nicht in 2-3 Sätzen beantworten... also fang ich mal an.
Ich glaube, dass ich noch nie auf diesem Blog meinen bürgerlichen Namen erwähnt habe. Warum? Weil er eigentlich nicht wichtig ist. Dennoch habe ich im Rahmen der Blogparade bei den verschiedenen Kommentaren die ich hinterlassen habe, meinen richtigen Namen dazugeschrieben, weil ich es so etwas persönlicher empfand. Also... mein Name ist Kim.
Ich komme aus dem Westen Deutschlands und schreibe hier nun schon seit 21 Monaten auf diesem Blog. Wieso? Dazu habe ich bereits einiges in der Vergangenheit geschrieben.
Ich bin ledig und lebe allein. Nun ja... nicht ganz allein. Immerhin gibt es noch meine 2 Miezen. Muffin und Mira. Muffin ist mein erstes, eigenes Haustier und hat daher einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Natürlich ist auch Mira mein "Kind", aber bei Muffin ist es dennoch etwas anderes.



Ich werde übernächste Woche 28 Jahre alt. 28... und schon wird man mehr als einmal auf die 30 angesprochen. Ich weiß überhaupt nicht, warum sich so viele an diesen Zahlen "aufhängen"?!
Das komische ist, dass...


... ich mich nicht wie 28 fühle. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich in dem Alter stehen geblieben bin, in dem sich mein Leben so schlagartig verändert hat. Da war ich 20. Ich habe das Gefühl, dass ich mit all dem, was ich verloren hatte, auch irgendwie vergessen habe, mich großartig weiterzuentwickeln. Ich meine... viele in meinem Alter wirken erwachsener, reifer... daneben komme ich mir noch immer vor, wie das kleine Mädchen, welches gerade kurz davor ist, ihre Ausbildung zu beenden. Komisches Gefühl, was ich kaum erklären kann.
Aber ja .... 28. Gefeiert wird nicht. Dazu fehlt mir dieses Jahr einfach die Lust und zuhause werde ich auch nicht sein (obwohl mir wirklich sehr danach wäre, mich in meiner Wohnung zu verbarrikadieren und abzuwarten, bis der Tag vorbei ist).

Ich bin eine Träumerin, was mich auch manchmal in komplizierte Situationen bringt. Ich meine... ich träume nicht von irgendwelchen abgedrehten Szenarien... nein, viel eher male ich mir alltägliche Situationen aus, wie sie am Ende ablaufen könnten und nehme aufgrund dessen schon eine bestimmte Erwartungshaltung ein. Die Situationen werden nur dann für mich kompliziert, wenn sie am Ende nicht so eintreffen, wie ich sie zuvor erwartet hatte.

Obwohl ich nun mal diesen Blog hier habe und mich auch gerne mal auf anderen Blogs verirren, bin ich absolut keine Leseratte. Ich habe Bücher hier, ja... aber ich lese sie nicht. Ich glaube, ich habe damit aufgehört Bücher von vorne bis hinten zu lesen, als wir in einer bestimmten Schulphase ein Buch nach dem anderen lesen MUSSTEN.
Irgendwie ist mir danach die Lust daran vergangen. Dazu kommt, dass mir für vieles einfach die Fantasie fehlt. Leider.
Das schlägt sich auch in meinem Filmgeschmack nieder. Ich mag reale Geschichten. Geschichten, die ans Herz gehen. Geschichten, die vielleicht sogar ein wenig zu meinem Leben und meinen Wünschen passen. Ich mag Komödien und vor allem Dramen. Ich mag es, wenn ich am Ende eines Films noch zum Nachdenken angeregt werde. Mit Monstern, Drachen und Zauberern kann man mich da weniger locken. Dazu fehlt mir einfach das Vorstellungsvermögen.

Ich gehöre zu der Sorte Mensch, die noch an die Liebe glauben. Ich würde mich nicht als Romantikerin bezeichnen, aber ich glaube schon, dass Liebe eine, der wenigen Konstanten im Leben darstellt. Ich glaube nicht an viel, aber daran schon. Und wo Liebe ist, ist auch ein Weg, nicht wahr?

Meine Familie ist mir wichtig. Nicht der große Teil der Familie (dafür gibt es einfach zu viele von uns...), aber zumindest der kleine Rahmen. Meine Eltern sind meine engsten Bezugspersonen und obwohl ich das vor ein paar Jahren noch "peinlich" gefunden hätte, finde ich das heute ganz schön.
Ich hab zumindest so einen Ort, an den ich "fliehen" kann, wenn ich es zuhause in meiner eignen Wohnung nicht mehr aushalte.

Ich bin voller Hoffnung.
Vielleicht würden das viele als eine Stärke sehen, aber manchmal kommt es mir einfach so vor, als wäre auch das eine, meiner größten Schwächen.
Ich habe Hoffnung, wo man diese längst aufgeben sollte. Ich hoffe darauf, dass alles eines Tages wieder besser werden wird oder eine gute Wendung nimmt?! Klar... es verleitet mich dazu weiterzumachen... um das zu kämpfen, was mir wichtig ist. Aber manchmal ist es eben auch so, dass es mich dazu verleitet, an etwas festzuhalten, was vielleicht losgelassen werden muss.
Wenn mir etwas wirklich wichtig ist, dauert es eine gefühlte Ewigkeit, bis ich einmal die Hoffnung aufgebe. Das Schlimme dabei ist nur, dass ich dadurch oft mit mir selbst in einen Konflikt gerate.
Ich meine... ich weiß, dass es Sinn macht, einfach aufzuhören und die Situation zu akzeptieren, wie sie ist... aber am Ende hoffe ich weiter und quäle mich damit selbst.

Ich bin eine Kämpferin. Ich würde das sogar noch einschränken und behaupten, dass ich eine ziemlich passive Kämpferin bin. Wie das funktionieren soll?
Ich gehöre nicht zu der Sorte Mensch, die mit allen Mitteln kämpft, um das zu bekommen, was sie will. Ich schreie nicht rum, werde aufdringlich oder belästige Menschen.
Auch stehe ich in meiner Freizeit nicht mit irgendwelchen Plakaten auf der Straße und demonstriere für etwas, was mir wichtig ist.
Nein, so eine Kämpferin bin ich dann doch nicht.
Aber ich beiße mich durch, gebe nicht auf...
Natürlich falle ich oft tief und frage mich tagelang, wie ich aus diesem Loch wieder herauskommen soll. Aber immerhin frage ich mich das?! Ich verbleibe nicht dort, wo ich gefallen bin. Ich versuche mich daran zu erinnern, wie der Weg war, der mich aus dem Loch führt und arbeite mich langsam, vielleicht sogar hinkend, voran.
Und da kommt wieder die Hoffnung ins Spiel.
Solange ich hoffe, kämpfe ich weiter.

Was gibt es noch über mich zu erzählen?
Achja... ich bin ein sozialer Mensch. Irgendwann nach meiner Pubertät hat das angefangen.
Ich gehöre zu der Sorte Mensch, die gerne andere Menschen zum Lächeln bringt oder zumindest versucht, bestimmte Umstände für das Umfeld erträglicher zu machen.
Klassische Beispiele... im Supermarkt fallen einer Frau neben mir die Einkäufe aus der Tasche... wer bückt sich und hilft die Teile aufzusammeln? Ich...
Ein Mädchen geht mit ihrem Vater über die Straße und fragt ihn lauthals, ob er sie noch zu ihrer Freundin fahren kann. Daraufhin erwiedert der Vater, dass er nicht weiß, ob sie das pünktlich schaffen und er keine Uhr dabei habe (während er auf sein nacktes Handgelenk schaut). Wer nennt dem Vater die Uhrzeit, ohne dass er danach fragen musste? Ich...
Und ich gehöre auch zu der Sorte Mensch, die anderen Menschen die Tür aufhalten. Das führt leider schon mal dazu, dass ich ziemlich lange an einer Tür stehe, weil einfach zu viele Menschen kurz hintereinander durch diese Tür wollen... kennt ihr das?
Das mache ich dann so lange, bis es mir zu "bunt" wird.
Ich glaube nicht, dass es geschleimt oder falsch rüberkommt... wozu auch? Schließlich kenne ich die Menschen ja nicht. Viel eher ist es so, dass ich es eben als höflich und nett empfinde. Ich würde mich eben über eine solche Geste mir gegenüber freuen. Und wieso nicht helfen, wenn man selbst keinen Nachteil davon hat?

Hin und wieder bin ich auch ziemlich tollpatschig. Ich habe in unregelmäßigen Abständen blauen Flecken, von denen ich nicht mal weiß, woher sie sind. Ich lasse Dinge fallen, stolper über Kanten oder schaffe es, wie erst vor Kurzem, meine weiße Wand durch ein Ungeschick zu versauen.... ja... auch das gehört zu mir.

Ich glaube, das sollte erst einmal reichen...
... ich schreibe nicht gerne solche Ego-Posts, aber ich möchte euch Lesern die Chance geben, mich als Person, neben der Erkrankung und den verwirrten Gedankengängen, kennen zu lernen.

Ich hoffe, ihr hattet somit einen kleinen Einblick.

L.H.P.

Kommentare:

  1. Ich hatte beim Lesen durchweg nicht den Eindruck, dass es ein Ego-Post war/ist und freue mich schon auf den Teil 2.

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    1. Vielen Dank :)
      Das lese ich gerne.

      Liebe Grüße

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