29. Juli 2015

[A-Z] I und J

I... wie Ignoranz, Irrtümer und Impulsivität

Während der ganzen Zeit, in der ich schon erkrankt bin, habe ich die verschiedensten Reaktionen auf meine Erkrankung kennen gelernt. Zu Beginn signalisieren die Menschen Interesse, ein wenig Mitleid und vor allem Neugierde. Wenn man allerdings längere Zeit mit den Menschen zu tun hat, denen man sich "öffnet", stellt man nach einer Weile fest, wie die entsprechenden Personen wirklich mit der Situation umgehen.
Da gibt es die Menschen, die im Alltag zu viel Rücksicht nehmen... mich in manchen Momenten mit Samthandschuhen anpacken und meinen, ich wäre nicht eingeschränkt, sondern fast schon BEschränkt.
Dann gibt es die Personen, die mich behandeln, wie jeden anderen auch. Keine Extrawürste, keine besonderen Verhaltensweisen und kein Mitleid ... nichts derartiges... und das finde ich gut. 
Und dann gibt es die Sorte Mensch, die mit der Weile einfach ignorant werden.
Sie sehen, dass ich in manchen Situationen eben "anders" bin und vielleicht auch Dinge ablehne, weil ich es mir nicht zutraue und legen das auch noch negativ aus. Sie nehmen meine Erkrankung nicht ernst, ignorieren die Anzeichen und geben mir am Ende des Tages das Gefühl, ich sei ein Simulant.
Das sind genau die Menschen, bei denen manche Dinge nicht an sie herankommen, solange sie diese nicht sehen können. 
Aber so verschieden die Menschen nun mal auch sind, so verschieden sind auch ihre Verhaltensweisen. Man lernt damit umzugehen... wie mit allem...



Psychische Erkrankungen haben in der Gesellschaft ein bestimmtes Bild. Vorurteile gibt es ohne Ende. In der heutigen Zeit...

23. Juli 2015

**Zwischenpost** - Gedankengänge XII

Die Hoffnung ist das, was mich atmen lässt. 
Sie schaut mir tief in die Augen, lächelt mich an und streicht mir mein Haar aus dem Gesicht.
Sie wischt mir die Tränen  von den Wangen und nimmt mich in den Arm.
Sie sagt mir, dass alles wieder gut wird, wenn die Lage mal wieder aussichtslos erscheint.
Die Hoffnung greift nach meiner Hand, küsst meinen Handrücken und spricht mir Zuversicht zu.
Sie motiviert mich jeden Morgen aufzustehen, den Tag durchzustehen und an eine gute Zukunft zu glauben.
Sie schenkt mir ein Lächeln, wenn mir schon lange nicht mehr zum Lächeln zumute ist und
wärmt mich in kalten Nächten, die so endlos erscheinen.



Die Hoffnung streicht mir durchs Haar, küsst meine Stirn und sagt durch ihr Schweigen so viel mehr, als es Worte tun können.
Sie bekräftigt mich in dem, was ich tue, obwohl mir so oft der Mut fehlt.
Sie hält mir den Rücken frei, damit ich mich um das Wesentliche im Leben kümmern kann und
massiert meine Schultern, wenn ich mich mal wieder unbegründet angespannt fühle.
Die Hoffnung gibt mir nicht das Gefühl einsam zu sein, obwohl ich viel zu oft alleine bin.
Sie packt mich am Arm, wenn ich dabei bin zu fallen, während ich tollpatschig durchs Leben stolziere.
Sie gibt mir neue Sichtweisen, wenn mein Handeln festgefahren ist und
leistet mir Gesellschaft, wenn ich jemanden an meiner Seite brauche.
Die Hoffnung hilft mir, mich Aufgaben zu stellen, die ich für mich vorher nicht für machbar hielt.
Sie gibt mir den Anschwung, Dinge in meinem Leben ändern zu wollen.
Sie zeigt mir Wege, die zuvor für mich nicht sichtbar waren und
gibt mir das Gefühl jemand zu sein, der ich schon immer sein wollte.
Die Hoffnung verleitet mich dazu etwas tun zu wollen, obwohl mir die Hände gebunden sind und zeigt mir Möglichkeiten, wie das funktioniert.
Sie gibt mir das Gefühl mich erinnern zu dürfen, ohne am Ende eine Erinnerung zu sein.
Sie schenkt mir den Glauben, etwas bewirken zu können, obwohl ich selbst schon lange nicht mehr daran glaubte und
hilft mir an mir zu arbeiten, ein besserer Mensch zu werden, um mich in meiner Haut wohl zu fühlen.

Du (selbst) bist die Hoffnung.

15. Juli 2015

Hypnotherapie (Was hat sich verändert?)

Wie ist es mir seit der Hypnose ergangen?


Also wie erwartet wage ich es nicht von einer Heilung zu sprechen. So weit bin ich noch lange nicht.

In den letzten 8 Jahren als Angstpatientin entwickelt man bestimmte Marotten, umgeht einige Situationen oder ergreift vorbeugend Maßnahmen, um erst gar nicht eine Panikattacke auftreten zu lassen… kurz gesagt… man entwickelt ein Zwangsverhalten ausgelöst durch die dazugehörigen Zwangsgedanken.



Und diese lassen sich nun mal nicht von heute auf morgen durch eine Stunde Hypnose lösen (so gern ich das auch hätte).

So kommt es nun mal vor, dass mir gerade Aktivitäten außerhalb der Reichweite einer Toilette noch immer schwer fallen. Schwer im Kopf. Es ist noch immer eine Hürde für mich, mich in „unbekannte“ Situationen zu begeben. Es ist für mich weiterhin eine Überwindung mich aufzuraffen und etwas „zu tun“. Aufgefallen ist mir lediglich, dass sich mein Körpergefühl in den entsprechenden Situationen verändert hat. Ich meine, wenn ich mich überwunden habe und mich dann in den „kritischen“ Situationen befinde…

Normalerweise ist es so,...

11. Juli 2015

Hypnotherapie (Die Sitzung - Teil 2/2)

...so wie zuvor kam ich anschließend wieder von der Toilette. Etwas benommen und die Gliedmaßen fühlten sich schwer an.
Ich legte mich wieder hin, schloss die Augen und es konnte weitergehen.
Erneut begannen wir mit der Atemübung. 
Die nächste gedankliche Reise drehte sich komplett um meine Blase. Und jetzt kommt der merkwürdige Teil...

Zu Beginn bat mich die Heilpraktikerin mich auf meine Blase zu konzentrieren. Wie sie sich in diesem Moment anfühlte. Dann sollte ich das Gefühl provozieren, welches ich habe, wenn der Drang besonders stark wird. Dieses Gefühl hervorzurufen fiel mir nicht schwer.
Während ich dort lag und mich auf die Blase konzentrierte, machte die Dame mich darauf aufmerksam, dass meine Blase damals eine gute und wichtige Arbeit geleistet hat. Sie hat mich vor einer Infektion beschützt. Da ich bei der Entzündung kein Brennen hatte, hätte ich ja sonst nicht gewusst, dass etwas nicht stimmt. Sie erklärte mir, dass meine Blase mich beschützt hat. 
Dann bat sie darum, dass ich mich bei meiner Blase bedanke. Bedanke dafür, dass sie mich beschützt hat. Dieser Moment ging mir wirklich sehr nah. Ich sollte mich ernsthaft bei der Blase bedanken, die mir so viele Jahre so viel Leid zugefügt hat. Ich lag da, irgendwie weit weg von der Realität, gedanklich bei meiner Blase, aber fühlte dennoch diesen Schmerz. Während ich folgende Worte mit Anstrengung rausbrachte, merkte ich, wie sich meine geschlossenen Augen mit Tränen füllten:
"Danke, dass du mich beschützt hast".

Die Heilpraktikerin bat mich, ihr zu sagen, dass sie einen tollen Dienst geleistet hat, aber es nicht mehr notwendig ist, mich zu warnen, aber ich dennoch höre, wenn es nötig ist. 
Und genau das tat ich auch. Nicht im gleichen Wortlaut, aber sinngemäß.
Sie lobte mich und ganz ehrlich... in dem Moment hatte ich auch wirklich das Gefühl, ich hätte mir das verdient.


Danach wanderten wir gedanklich direkt in die Blase. Die Heilpraktikerin fragte mich, ob ich dort etwas sehe... das konnte ein Mensch, ein Tier, eine Figur, eine Form oder eine Gestalt sein. 
Ich wanderte also direkt in die Blase und ihr könnt mich für so bescheuert halten, wie ihr wollt... ich selbst kann mir nicht erklären, was da los war.... aber...

8. Juli 2015

Hypnotherapie (Die Sitzung - Teil 1/2)

Okay... dieser Blogpost wird mal etwas anders. Anders in dem Sinne, dass ich euch an einer Erfahrung teilhaben lasse, von der man denken mag, was man will?!
Für die einen klingt es nach einem abgefahrenen Drogenrausch, für die anderen vielleicht nach esoterischen Hokuspokus
Aber ich fange einfach mal an...

... ich hatte letzte Woche meine (erste) Hypnotherapie-Sitzung.
Und damit ihr mir folgen könnt, fange ich einfach mal von Vorne an.
Ich fuhr also dort hin und traf auf die Heilpraktikerin, mit der ich bereits im Vorfeld schriftlichen und telefonischen Kontakt hatte. Da ich ihr bereits am Telefon von meiner Geschichte / Erkrankung erzählt habe, wusste sie schon vorab, mit wem sie es zu tun hat. Die Heilpraktikerin wirkte auf mich sehr professionell, beruhigend und keineswegs unseriös.
Sie begrüßte mich und wir setzen uns in ihrem "Sitzungsraum". Der Raum besteht aus einem Sessel, einer Chaiselongue, wunderschönen, weißen Vintagemöbeln und einem riesigen Stapel von Büchern.
Ich setzte mich auf die Chaiselongue, während sie mir ein Glas Wasser reichte und sich gegenüber auf den Sessel setzte. Und dann ging es schon los. Sie fragte mich, wie ich zu ihr gekommen bin, wie es mir geht und ob ich nervös sei. Anschließend kamen dann die Fragen zu meiner Erkrankung. Sie fragte, ob ich damals, als ich 20 war, einen Abschied oder eine Trennung miterleben musste, da die Blase sich gerade in solchen emotionalen Situationen meldet. Da dies nicht der Fall war, fragte sie weiter...
Sie fragte, ob ich damals bei der Blasenentzündung Schmerzen hatte (das typische Brennen beim Wasserlassen...gab es nicht), wie die Situation war, als ich die erste Panikattacke hatte und womit ich früher meine Freizeit verbracht habe.

Ich erzählte ihr, dass ich früher gerne Flohmärkte besucht habe oder Stadtfeste besuchte, weil ich gerade sonntags nicht gerne zuhause rumsaß. Sie unterbrach mich und meinte, sie hätte so ein Funkeln in meinen Augen gesehen, als ich von den Flohmärkten sprach. 
Und ja... sie hat recht... das vermisse ich schon ab und an.



Als wir mit dem Vorgespräch fertig waren, bat sie mich noch einmal auf die Toilette zu gehen, damit wir mit der Hypnose beginnen können.
Also tat ich das auch. Als ich wieder zurückkam, lagen bereits ein paar Kissen auf der Chaiselongue. Die Heilpraktikerin bat mich, ihr mein Handy zu geben und es mir bequem zu machen. Das Handy bekam sie allein dafür, um die Sitzung aufnehmen zu können, damit ich in den kommenden Wochen damit weiterarbeiten kann. 
Dann ging es endlich los...

1. Juli 2015

[TAG Time] Lückenfüller

Diese Woche verlief soweit ganz ruhig und aus diesem Grund habe ich eine kleine Schreibblockade.
Nicht dramatisch, aber bevor ihr hier deswegen leer ausgeht, gibt es diese Woche eben "nur" einen TAG.
Vielleicht sind sogar Fragen dabei, die ich bereits in der Vergangenheit beantwortet habe... aber doppelt hält besser, nicht wahr?

Na dann mal los...