8. Juli 2015

Hypnotherapie (Die Sitzung - Teil 1/2)

Okay... dieser Blogpost wird mal etwas anders. Anders in dem Sinne, dass ich euch an einer Erfahrung teilhaben lasse, von der man denken mag, was man will?!
Für die einen klingt es nach einem abgefahrenen Drogenrausch, für die anderen vielleicht nach esoterischen Hokuspokus
Aber ich fange einfach mal an...

... ich hatte letzte Woche meine (erste) Hypnotherapie-Sitzung.
Und damit ihr mir folgen könnt, fange ich einfach mal von Vorne an.
Ich fuhr also dort hin und traf auf die Heilpraktikerin, mit der ich bereits im Vorfeld schriftlichen und telefonischen Kontakt hatte. Da ich ihr bereits am Telefon von meiner Geschichte / Erkrankung erzählt habe, wusste sie schon vorab, mit wem sie es zu tun hat. Die Heilpraktikerin wirkte auf mich sehr professionell, beruhigend und keineswegs unseriös.
Sie begrüßte mich und wir setzen uns in ihrem "Sitzungsraum". Der Raum besteht aus einem Sessel, einer Chaiselongue, wunderschönen, weißen Vintagemöbeln und einem riesigen Stapel von Büchern.
Ich setzte mich auf die Chaiselongue, während sie mir ein Glas Wasser reichte und sich gegenüber auf den Sessel setzte. Und dann ging es schon los. Sie fragte mich, wie ich zu ihr gekommen bin, wie es mir geht und ob ich nervös sei. Anschließend kamen dann die Fragen zu meiner Erkrankung. Sie fragte, ob ich damals, als ich 20 war, einen Abschied oder eine Trennung miterleben musste, da die Blase sich gerade in solchen emotionalen Situationen meldet. Da dies nicht der Fall war, fragte sie weiter...
Sie fragte, ob ich damals bei der Blasenentzündung Schmerzen hatte (das typische Brennen beim Wasserlassen...gab es nicht), wie die Situation war, als ich die erste Panikattacke hatte und womit ich früher meine Freizeit verbracht habe.

Ich erzählte ihr, dass ich früher gerne Flohmärkte besucht habe oder Stadtfeste besuchte, weil ich gerade sonntags nicht gerne zuhause rumsaß. Sie unterbrach mich und meinte, sie hätte so ein Funkeln in meinen Augen gesehen, als ich von den Flohmärkten sprach. 
Und ja... sie hat recht... das vermisse ich schon ab und an.



Als wir mit dem Vorgespräch fertig waren, bat sie mich noch einmal auf die Toilette zu gehen, damit wir mit der Hypnose beginnen können.
Also tat ich das auch. Als ich wieder zurückkam, lagen bereits ein paar Kissen auf der Chaiselongue. Die Heilpraktikerin bat mich, ihr mein Handy zu geben und es mir bequem zu machen. Das Handy bekam sie allein dafür, um die Sitzung aufnehmen zu können, damit ich in den kommenden Wochen damit weiterarbeiten kann. 
Dann ging es endlich los...



... ich lag da und schloß meine Augen. Ich war nervös und unsicher, was auf mich zukommen würde. Aber ich wollte das versuchen und bemühte mich daher, mich selbst nicht unter Druck zu setzen.
Die Dame begann mit einer ruhigen, leisen Stimme eine Art autogenes Training. Ich sollte ruhig ein- und ausatmen. Entspannung ein- und Anspannung ausatmen. 
Anschließend machten wir eine gedankliche Reise von Kopf bis Fuß. 
Immer wieder merkte ich, wie es plötzlich dunkler wurde, es in meinem Kopf kreiste. Das machte mir Angst. Je mehr ich versuchte zu entspannen, desto stärker meldete sich die Blase. Ich verspürte einen starken Harndrang bereits nach wenigen Minuten. Als wir mit dem Teil des autogenen Trainings fertig waren, fragte sie mich, wie es mir geht. Ich weiß nur, dass ich mich schwer fühlte und es mir schwerer als sonst fiel, ihr zu antworten. Mein Mund war furchtbar trocken, aber nach ein wenig Anstrengung kriegte ich ein "Gut, nur meine Blase meldet sich" heraus. 

Die Therapeutin sagte, dass das vollkommen ok sei und ich gehen könne, wenn ich wollte. 
Ich öffnete die Augen, stieg mit langsamen Bewegungen von der Liege herunter und ging zur Toilette. Ich fühlte mich "dumpfer", hatte aber nicht das Gefühl, dass ich mich nicht unter Kontrolle hätte. 
Anschließend legte ich mich wieder hin, schloss die Augen und die Therapeutin begann erneut mit der Atemübung. Langsames Ein- und Ausatmen. Entspannung ein- und Anspannung ausatmen.
Und während ich das tat, war ich sofort wieder da, wo ich vor dem Toilettengang war. 
Der nächste Teil der Hypnosesitzung war ein gedanklicher Ausflug auf den Flohmarkt. 

Sie fragte mich, was ich alles sehe. Ich beschrieb ihr mit leiser Stimme und mit langen Pausen dazwischen: Tischreihen, altes Geschirr, Sonnenschirme, viele Menschen, alte Bücher. Immer wieder brach meine Stimme, ich weiß noch, dass ich immer wieder meine Lippen befeuchten und räuspern musste.
Sie fragte, was die vielen Menschen mit mir machen. Ich antwortete "das stresst mich". 
Dann fragte sie, wie ich mich fühle und ich sagte "gut". "Und warum dennoch gut?" "ich fühle mich frei" antwortete ich. 
Immer wieder wiederholte sie "Gestresst und gut; Gut und Frei" 

Danach fragte sie mich, ob ich auf dem Flohmarkt nach etwas Bestimmtem suche, etwas gerne kaufe oder gerade nur wegen einer bestimmten Sache dorthin fahre. Ich antworte "nichts Bestimmtes".
Wir gingen noch eine Weile gemeinsam über den Flohmarkt. Und obwohl ich mir die ganze Zeit darüber bewusst war, dass ich nicht wirklich dort war, war es dennoch ziemlich real.
Sie fragte mich, wie es mir geht... ich sagte ihr "gut, aber die Blase meldet sich".
Also Pause Nr. 2...

(Teil 2 der Sitzung folgt hier am Samstag und dort erfahrt ihr dann auch, warum ein Seepferdchen in Zukunft eine Rolle für mich spielt ... seid gespannt)

L.H.P.

Kommentare:

  1. Ich drücke dir die Daumen, dass dir die Hypnotherapie hilft.

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  2. Mich würde interessieren, wie Deine Einstellung zuvor zur Hypnose im Allgemeinen war. Wie offen warst Du ihr eingestellt bzw wie ging es Dir bei dem Schritt, die Hypnose anzugehen?
    LG

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    1. Hallo Patricia,
      erst einmal: Vielen Dank für deine Nahchricht.

      Ich hatte erst einmal nichts zu meiner Einstellung zu dem Thema geschrieben, um den Leser unvoreingenommen lesen zu lassen....

      Ich selbst war der Hypnose gegenüber immer etwas skeptisch und hatte auch gedacht, dass ich selbst zu der Menschengruppierung gehöre, wo die Hypnose nicht anschlägt. Dazu kommt, dass man durch die Medien ja meist nur die "Showhypnose" präsentiert bekommt, die ganz anders ist, als das, was man therapeutisch einsetzt.
      Ich hatte allerdings Hoffnung und wollte nichts unversucht lassen. Also entschied ich mich, das einfach mal "auszuprobieren". Da der erste Termin mit einem ausführlichen Gespräch beginnt, wurden mir direkt alle Zweifel ausgeredet (ich bin da leicht beeinflussbar) und somit hatte ich mich aufs "erste Mal" auch irgendwie gefreut. Auch zuvor am Telefon beantwortete die Therapeutin mir viele Fragen, so dass die Skepsis wich.

      Liebe Grüße
      L.H.P.

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