11. Juli 2015

Hypnotherapie (Die Sitzung - Teil 2/2)

...so wie zuvor kam ich anschließend wieder von der Toilette. Etwas benommen und die Gliedmaßen fühlten sich schwer an.
Ich legte mich wieder hin, schloss die Augen und es konnte weitergehen.
Erneut begannen wir mit der Atemübung. 
Die nächste gedankliche Reise drehte sich komplett um meine Blase. Und jetzt kommt der merkwürdige Teil...

Zu Beginn bat mich die Heilpraktikerin mich auf meine Blase zu konzentrieren. Wie sie sich in diesem Moment anfühlte. Dann sollte ich das Gefühl provozieren, welches ich habe, wenn der Drang besonders stark wird. Dieses Gefühl hervorzurufen fiel mir nicht schwer.
Während ich dort lag und mich auf die Blase konzentrierte, machte die Dame mich darauf aufmerksam, dass meine Blase damals eine gute und wichtige Arbeit geleistet hat. Sie hat mich vor einer Infektion beschützt. Da ich bei der Entzündung kein Brennen hatte, hätte ich ja sonst nicht gewusst, dass etwas nicht stimmt. Sie erklärte mir, dass meine Blase mich beschützt hat. 
Dann bat sie darum, dass ich mich bei meiner Blase bedanke. Bedanke dafür, dass sie mich beschützt hat. Dieser Moment ging mir wirklich sehr nah. Ich sollte mich ernsthaft bei der Blase bedanken, die mir so viele Jahre so viel Leid zugefügt hat. Ich lag da, irgendwie weit weg von der Realität, gedanklich bei meiner Blase, aber fühlte dennoch diesen Schmerz. Während ich folgende Worte mit Anstrengung rausbrachte, merkte ich, wie sich meine geschlossenen Augen mit Tränen füllten:
"Danke, dass du mich beschützt hast".

Die Heilpraktikerin bat mich, ihr zu sagen, dass sie einen tollen Dienst geleistet hat, aber es nicht mehr notwendig ist, mich zu warnen, aber ich dennoch höre, wenn es nötig ist. 
Und genau das tat ich auch. Nicht im gleichen Wortlaut, aber sinngemäß.
Sie lobte mich und ganz ehrlich... in dem Moment hatte ich auch wirklich das Gefühl, ich hätte mir das verdient.


Danach wanderten wir gedanklich direkt in die Blase. Die Heilpraktikerin fragte mich, ob ich dort etwas sehe... das konnte ein Mensch, ein Tier, eine Figur, eine Form oder eine Gestalt sein. 
Ich wanderte also direkt in die Blase und ihr könnt mich für so bescheuert halten, wie ihr wollt... ich selbst kann mir nicht erklären, was da los war.... aber...



...ich sah ein dunkelrotes Seepferdchen.
Ja... ich wiederhole es noch einmal.... ein Seepferdchen.
Ich war erstaunt, denn mit Seepferdchen habe ich NIX am Hut. Ich habe noch nie eins in Natura gesehen, schon ewig nicht mehr an eins gedacht und es war auch nie ein Lieblingstier von mir, als ich noch jünger war. Aber da war es... einfach so... ein Seepferdchen in meiner Blase.
Die Heilpraktikerin fragte mich, was es tut... schaut es mich an, schaut es weg ... ich sagte ihr "es treibt". Da war also ein umhertreibendes, dunkelrotes Seepferdchen in meiner Blase.

(Quelle: http://www.taucher.net/photodb/Pazifisches_Seepferd_uwfoto85675.html)

Mir gezielten Fragen z.B. Was braucht das Seepferdchen um sich gut und frei zu fühlen? Was machen wir jetzt mit dem Seepferdchen? usw.  kamen wir zu dem Punkt, dass ich entschied, dem Tier die Freiheit zu schenken. 
Gedanklich nahm ich es in meine Hände und trug es zum Meer. 
Dort ging ich einige Schritte, ungefähr bis zu den Knien ins Wasser und ließ das Seepferdchen frei. 
Und während ich das tat, liefen mir die Tränen die Wange herunter. Und nein... nicht in meinen Gedanken.... REAL. 
Ich lag also in Hypnose auf einer Chaiselongue und weinte mit geschlossenen Augen.
Sie fragte mich, wie es mir damit geht und ich sagte "gut".

Dann holte sie mich "zurück"... sie zählte von 5 runter und ich war wieder da. 
Ich öffnete meine Augen, die gesammelten Tränen liefen mir nur so die Wangen herunter, aber ich fühlte mich freier und erholt. 
Dieses Gefühl lässt sich nur schwer in Worte fassen. Aber es war eine gute Erfahrung.
Die erste Reaktion der Heilpraktikerin war "Wow... was haben wir denn da losgelöst?".
Für uns beide war es eine tolle Situation. Dieses Gefühl des gegenseitigen Vertrauens. 

Danach besprachen wir nur in wenigen Worten, was da gerade passierte. Sie wollte gerne das Erlebte so stehen lassen und gar nicht groß kommentieren. Da die Heilpraktikerin viel mit Kindern arbeitet, schaut sie bei Sichtungen von Tieren gerne im schamanischen Krafttierlexikon nach, was die gesehenen Tiere bedeuten. In meinem Fall bedeutet das Seepferdchen:


"Schwimmt das Seepferdchen als Krafttier in Ihr Leben, dann kommt es zu Ihnen, um Sie den Tanz und das Farbenspiel des Lebens zu lehren. Mit dem richtigen Partner an Ihrer Seite können Sie mitFreude durchs Leben tanzen und die Veränderungen des Lebens als Tanzarten wahrnehmen, die es zu meisten gilt. So lehrt das Krafttier Seepferdchen, Taktgefühl und verleiht das Gespür für den richtigen Rhythmus, in dem es sich (fort-) zu bewegen gilt. Gleichermaßen symbolisiert das Seepferdchen als Krafttier TreueVerbundenheitSchutz und Liebe. Denken Sie immer daran: die kleinste Einheit der Welt sind zwei Menschen. Im Schutz und der Geborgenheit des Anderen kann man sich wohlfühlen, fallen lassen und sich sicher fühlen. Solche Gefühle kann man nicht kaufen und auch keine Versicherung der Welt kann uns dieses Gefühl geben. So lehrt Sie das Krafttier Seepferdchen den liebe- und respektvollen Umgang mit allen Kindern der Erde – ob Menschen, Tiere, Pflanzen, Bäume oder Steine – und hilft Ihnen bei der Suche nach dem (Tanz-) Partner fürs Leben."
(Quelle: http://www.schamanische-krafttiere.de/krafttier-seepferdchen.html)

Das, was mich im Nachhinein besonders beschäftigt ist das, was passierte, bevor ich ging.
Sie hielt mir 2 Boxen unter die Nase, in denen sich etwas befindet, was mich in Zukunft an dieses Erlebnis erinnern soll... in der einen Box waren getrocknete Blüten und Blätter, einlaminiert... in der anderen Box waren sicherlich 60-70 Papierschnipsel mit verschiedenen Sprüchen drauf. Ich entschied mich für die Schnipsel und griff in die Box. Ich wühlte mich durch die Box und zog einen Schnipsel.
Und jetzt kommt das, was ich echt seltsam finde.
Auf dem Schnipsel steht "Das Schönste im Leben ist das Lachen unter Tränen".
Die Heilpraktikerin beteuerte, dass jeder Zettel einen anderen Spruch hat. 
Echt komisch, aber irgendwie auch schön.

Es wird sich wohl in den nächsten Tagen herausstellen, ob diese Sitzung etwas gebracht hat und wenn ja, ob weiterhin Bedarf besteht oder nicht. 
Wir haben keinen weiteren Termin gemacht, aber ich kann jederzeit anrufen, um einen weiteren Termin zu vereinbaren.

Ich lasse jetzt erst einmal die Sitzung auf mich wirken. Das, was es mit mir gemacht hat und die Begegnung mit dem Seepferdchen. 
Aber ich muss schon sagen, dass mir diese Vorstellung echt gut getan hat. 

Warten wir es mal ab...

L.H.P. 

1 Kommentar:

  1. Ich bin wirklich gespannt, ob diese Sitzung dir weiter hilft. Es hört sich von außen betrachtet alles etwas merkwürdig aber auch irgendwie logisch an. Ich drücke auf jeden Fall die Daumen.

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