24. Februar 2016

Panic strikes back!

Der Supermarkt war seit Beginn meiner Erkrankung immer ein schwieriges Thema für mich (siehe hier). Am Anfang war es so, dass für mich die Vorstellung an lange Schlangen an der Supermarktkasse und das Gefühl in einer Situation "gefangen zu sein" schon alleine Schweißausbrüche und Angstzustände ausgelöst hat. Irgendwann tastet man sich voran. Man geht in kleinere Supermärkte, kauft nur 1-2 Teile und ist schnell wieder draussen. Dann wagt man sich immer mehr Zeit zwischen den Regalen zu verbringen, bis das Einkaufen selbst wieder ein regulärer Vorgang wird. Klar... tagesformabhängig ist es schon mal schwieriger gewesen, aber dennoch vom Körperempfinden machbar. 

Komischerweise habe ich seit Anfang diesen Jahres wieder ein Problem damit. Während des Einkaufens bin ich angespannt, nervös und irgendwie gestresst. Ich versuche mit der Situation umzugehen, die bisher gelernten Methoden anzuwenden, die eine Angstattacke verhindern sollen, merke aber relativ schnell, wie das leider nicht langfristig hilft. Ich gebe also häufig der Angst nach, spreche eine Einzelhandelsverkäuferin an und lasse mich zur der Filialtoilette bringen. 



Natürlich fühle ich mich danach...

10. Februar 2016

Ein Leben aufwärts des Bauchnabels

Seit einigen Jahren habe ich mir aufgrund meiner Angst bestimmte Angstgedanken antrainiert.
Und das Wort "antrainiert" benutze ich in diesem Zusammenhang bewusst, denn Tatsache ist:
Wer sich Angstgedanken abtrainieren muss, hat sie sich zuvor im Laufe der Zeit erst einmal antrainiert. Dadurch, dass man immer und immer wieder bestimmte Szenarien in seinem Kopf durchspielt, immer wieder vom Schlimmsten ausgeht und sich mit dem konfrontiert, wovor man Angst hat, verstärkt man diese Angst nur viel mehr und trainiert sich diese Sichtweise an. 
Und über die Jahre verteilt macht man das so häufig, dass das Alles sich irgendwann automatisiert. 
Die Gedanken kommen unbewusst und immer dann, wenn man sie nicht gebrauchen kann (ok... wann tut man das schon?!). 

Früher halfen kurzfristig einfache Tricks wie z.B. "Ablenkung". Aber das wird von Jahr zu Jahr immer schwieriger. In Angstmomenten läuft das nämlich wie folgt ab... man Stelle sich das Hirn in 2 Sektoren vor (und damit meine ich nicht die linke und rechte Gehirnhälfte). Vorne spielen sich die aktiven, ablenkenden Gedanken ab... man zählt Autos, sucht Farben und beschreibt Gegenstände, man stellt sich Rechenaufgaben, überlegt sich eine Buchstabenreihe und versucht daraus Sätze zu bilden usw... aber egal, wie sehr das Hirn im vorderen Bereich beschäftigt ist... im hinteren Teil des Schädels treten leise Angstgedanken auf, die immer und immer lauter werden. Je mehr das vordere Areal beschäftigt wird, umso lauter wird der hintere Bereich mit den Angstgedanken. Natürlich ist das anatomisch alles so nicht korrekt, aber so könnt ihr euch das ungefähr vorstellen.

Also... Ablenkung ist auch kein Allheilmittel. Das heißt nicht, dass es überhaupt nicht funktioniert, aber es gibt eben viele Momente, in denen das keine Lösung für mein Problem darstellt. 
Bei körperlicher Ablenkung sieht das dann schon anders aus. Wenn Hirn und Körper gefordert werden, ist der Organismus so beschäftigt, dass ein Gedanke an die Blase überhaupt nicht erforderlich ist. Deswegen hat mir damals ja auch QiGong bei der Entspannung geholfen. Man war körperlich leicht aktiv, der Kopf war mit der Bewegungsreihenfolge beschäftigt und für diesen Moment waren die Ängste nicht präsent, obwohl ich mich in einer für mich fremden Situation befand. 



Um aber nun auf den Titel des Blogposts zurückzukommen. "Ein Leben aufwärts des Bauchnabels"... was meine ich damit? 
Seitdem ich...

3. Februar 2016

[A-Z] O und P

O... wie Offenheit

Seit Beginn meiner Erkrankung habe ich nie ein Geheimnis aus meiner Situation gemacht. Für mich stand das aber auch nie zur Debatte. Ich habe nie das Empfinden gehabt, dass meine Einschränkung etwas ist, was man besser verheimlichen sollte. Im Gegenteil. Wie sollen die Menschen mich und mein Verhalten verstehen, wenn ich ihnen nicht sage, was mit mir los ist? Wie sollen sich andere Betroffene verstanden fühlen, wenn man Ihnen nicht aufzeigt, dass es noch andere Menschen mit diesem Problem gibt?
Aber ich bin nicht in jeglicher Hinsicht so offen. Es gibt vieles, was ich für mich behalte. Vieles, was mir durch den Kopf geht. Emotionen, die ich nicht zuordnen kann.
Offenheit ist prinzipiell etwas Gutes, wenn man weiß, wie man damit umzugehen hat.
Und ich muss gestehen, dass mir das nicht immer gelingt.
Oftmals ist es so, dass ich lange Zeit etwas für mich behalte, es mit mir selbst ausmache bis es irgendwann aus mir herausplatzt und ich damit jemanden vor den Kopf stoße.
Das tut mir leid. Allerdings kann ich mich auch dafür entschuldigen.



P... wie Partnerschaft, Party und Praktika

Ich bin ein absoluter...