26. Juli 2017

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben...

In den letzten zwei Wochen hatte ich wieder zwei Termine, die in meiner weiteren Behandlung eine Rolle spielen:
Vorletzte Woche hatte ich mal wieder einen Psychotherapietermin. Da ich seit meiner Untersuchung im Krankenhaus (siehe hier) nicht mehr dort war, war meine Therapeutin natürlich neugierig, was denn genau bei mir gemacht wurde und wie es gelaufen ist?!
Selbstverständlich hatte ich ihr im Vorfeld schon davon erzählt und daher wusste ich sie auch ziemlich gut, wie viele Sorgen ich mir gemacht hatte und wie beängstigend die Untersuchung für mich sein würde.

Nun ja... ich erklärte ihr also, dass die Untersuchung nicht in der Art und Weise stattgefunden hat, wie es ursprünglich geplant war. Ich beschrieb, wie der gesamte Aufenthalt im Krankenhaus verlief und welche Diagnose dort nun gestellt wurde. 

Meine Therapeutin war glücklich darüber, dass ich überhaupt zur Untersuchung gefahren bin und den Entschluss gefasst hatte, es auch wirklich machen zu lassen. 
Wer mich allerdings kennt, weiß, dass ich niemals einen Termin machen würde, zu dem ich am Ende nicht hinfahren würde.... (...und das auch noch unangekündigt...)?!

Demnächst möchte sie mit mir "Achtsamkeitsübungen" durchführen. Ich habe dies zwar während meiner Reha-Zeit (siehe hier) ein wenig kennengelernt, aber so voll und ganz weiß ich nicht, was mich erwartet.
Hat jemand schon Erfahrungen damit gemacht?



Letzte Woche hatte ich dann auch noch einen Termin bei meiner Urologin. 
Sie erhielt natürlich den Arztbericht aus dem Krankenhaus und war bereits über alles informiert.
Ganz glücklich...
...war sie damit nicht. Warum? Weil sie gerne ein organisches Leiden ausschließen möchte.... KOMPLETT ausschließen möchte (was ich auch gut verstehen kann).
Eine reine gynäkologische Untersuchung ist nicht ausreichend, um eine vollständige Aussage darüber machen zu können, ob die Blase so arbeitet, wie sie soll?!

Sie las mir den Arztbericht vor, in dem auch alles so beschrieben war, wie es wirklich vorgefallen ist. 
Dass eine psychische Ursache meines Problems diagnostiziert wurde, macht laut Beschreibung im Bericht vollkommen Sinn
Die Ärztin aus dem Krankenhaus riet, dass die psychotherapeutische Behandlung fortgeführt wird, evtl. noch ein weiteres Präparat "versucht" wird ODER man könne auch Botox in die Blase spritzen, um zu sehen, ob die Symptomatik weiterhin anhält.
Und genau da ist der Witz!!!

Meine Urologin erklärte mir deutlich, dass man nicht einfach Botox in eine Blase spritzt. Dafür benötigt sie eine "harte Indikation" und die bekommt sie erst dann, wenn eine urodynamische Untersuchung stattgefunden hat... also genau die, welche ursprünglich zuletzt im Krankenhaus durchgeführt werden sollte...

Also gab es eigentlich nur eine Möglichkeit... sie würde mir eine erneute Überweisung für diese Untersuchung ausfüllen und mich in eine andere Klinik schicken....
...und genau das hatte ich nicht gehofft.

An dem Tag, an dem ich im Krankenhaus war, war ich so fix und fertig. 
Ich hatte die Nacht vorher kaum geschlafen, hatte eine nervöse Blase, Durchfall, Kreislaufprobleme... mir ging es einfach schlecht, obwohl am Ende des Tages ja zum Glück nicht viel passiert ist. 
Dennoch war ich nervös, hatte Angst und ich war froh, als ich das alles hinter mir hatte.
Und nun höre ich, dass ich das Ganze noch einmal durchmachen soll? Und diesmal mit der Gewissheit, dass die Untersuchung 100%ig stattfinden wird?

Die Urologin bat mich um eine Entscheidung
Kleinlaut fragte ich, ob sie mir nicht erst noch ein weitere Präparat verschreiben könnte... einfach nur zum Test.... und wenn dieses Medikament nicht hilft (**davon ist auszugehen**).... dann... ja, dann könne sie mir ja immer noch eine neue Überweisung mitgeben....

Ich versuchte Zeit zu schinden. Und genau das hat sie auch gemerkt. 
Sie fing an zu lachen, nickte mir zu und entließ mich mit einem neuen Rezept.

Puh... Glück gehabt. Aber wie heißt es so schön?! Aufgeschoben ist nicht aufgehoben...

Mal sehen, wie es weitergeht. 

Das Medikament werde ich voraussichtlich ab diesem Wochenende einnehmen.
Und dann habe ich 50 Tage Zeit gewonnen bis ich erneut zur Ärztin muss.

L.H.P. 


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