18. Oktober 2017

Sie macht mit mir Schluss

In den letzten Wochen ist viel passiert...und dann irgendwie wieder doch nicht.

Ich hatte in den letzten 3 Wochen knapp 2 1/2 Wochen Urlaub. Leider konnte ich diesen nicht so wirklich genießen, da ich fast den gesamten Urlaub Zahnschmerzen hatte. Ich möchte da gar nicht so weit ausholen, kann allerdings soviel sagen: Ich musste 3 Mal zum Zahnarzt. Der erste Termin war ein reiner Kontrolltermin. Dort bekam ich 2 Füllungen. Zwei Tage später musste ich erneut hin, da ich mit der Zahnseide nicht mehr in den Zahnzwischenraum kam. Fazit: Abgebrochener Zahn und das gebrochene Teilstück hat sich zwischen den Zähnen verkeilt. Zwei Tage später hatte ich plötzlich Zahnschmerzen. Da Feiertag und langes Wochenende war, musste ich lange warten bis ich erneut zum Zahnarzt konnte. Als ich dann endlich da war, stellte er eine Kieferhöhlenentzündung fest....

Wie ihr lesen könnt... das war wirklich ein Sch***-Urlaub. Naja, war dann eben so.

Dann hatte ich letzte Woche noch einen Therapietermin bei meiner Psychotherapeutin. Und was soll ich sagen... Sie macht mit mir Schluß?! 😭Zumindest hat sie so etwas angedeutet....


Aber ich fange erst einmal vorne an. Aktuell erarbeitet sie mit mir "Achtsamkeit". Sie zeigt mir Möglichkeiten auf, wie ich Achtsamkeitsübungen durchführen kann. Spricht mit mir über entsprechende Lektüren und geht mit mir Übungen durch. Wir sprechen darüber,...

... was mir persönlich diese Übungen bringen sollen und wie ich sie in den Alltag integrieren kann.
Als die Stunde sich dem Ende näherte, teilte sie mir noch einmal mit, dass ich nur noch 1 Sitzung "übrig" habe, bevor sie dann einen Antrag an die Krankenkasse schicken muss, um weitere Sitzungen genehmigt zu bekommen. Da ich aber in der Vergangenheit bereits lange Zeit in Behandlung war, erklärte sie mir auch, dass es fraglich ist, ob ich weitere Sitzungen überhaupt genehmigt bekomme. 
Im gleichen Atemzug erklärte sie mir dann aber auch, dass sie mir ausreichend Werkzeug mitgegeben hat und alles weitere von mir selbst kommen muss. Also im Sinne von: "ICH hab dir gezeigt wie es geht, jetzt musst DU es eben machen!"

Ich soll mir nun bis zu meiner "vorerst letzten Sitzung" Gedanken machen, ob ich wirklich einen weiteren Antrag stellen möchte. 

Ich war etwas baff, da ich davon ausgegangen bin, dass wir das Thema bereits besprochen und eine gemeinsame Entscheidung getroffen hätten. Als sie aber plötzlich anfing, mir einen weiteren Antrag auszureden, war ich dann doch etwas irritiert. Glaubt sie nicht mehr daran, dass sie mir helfen kann? Ist sie ernsthaft davon überzeugt, dass ich das alleine schaffe? Ist sie überhaupt davon überzeugt, dass ich es schaffen kann?

Ich saß da und wusste überhaupt nicht, was ich sagen sollte?!
Das Einzige, was ich fragen konnte, war: "Was wäre denn, wenn ich jetzt keinen Antrag stelle und ich brauche in näherer Zukunft wieder Hilfe? Wann darf ich denn wieder?"
Sie erklärte mir, dass ich dann 2 Jahre warten müsste, bevor ich erneuten Anspruch auf weitere Therapie habe. Natürlich würden mir aber Quartalssitzugen und ggf. Akutsitzungen (also in Notfällen) zur Verfügung stehen.

Irgendwie erinnerte mich das alles an die Zeit, bei der ich "austherapiert" war (siehe hier).
Klar... ich bin die 2 Jahre auch irgendwie ohne Therapie ausgekommen, aber ich weiß auch noch, wie dankbar ich war, als ich wieder gehen durfte.

Andererseits weiß ich auch, dass ich jedes Mal genervt bin, wenn ich weiß, dass ich an den entsprechenden Tagen wieder zu Therapie muss. Und ein "Ahaaa"-Erlebnis sind die einzelnen Sitzungen auch schon lange nicht mehr.

Wie ihr seht... ich bin hin- und hergerissen....
ich werde in den nächsten Tagen und Wochen noch weiter darüber nachdenken, tendiere aber momentan eher dazu, die Therapie nicht weiter fortzuführen. 
Aber dann steht auch für mich fest: Sollte ich in 2 Jahren erneut Hilfe benötigen, werde ich mir schweren Herzens eine neue Therapeutin oder einen neuen Therapeut suchen.

Ich mag meine Therapeutin wirklich sehr. Sie gehört zwar nicht zu der Sorte Mensch, mit der ich privat etwas unternehmen wollen würde oder das Gefühl habe, einen besonderen Draht zu ihr zu haben, aber vielleicht gerade deswegen konnte ich mit ihr über alles reden. Nicht nur, weil ich weiß, dass sie meine Aussagen nicht gegen mich verwendet, sondern auch, weil sie eben so professionell damit umgeht.
Aber sie sagte ja schon vor 2 Sitzungen, dass sie nach der "Achtsamkeit" eigentlich nichts mehr hat, was neu für mich wäre und wo sie meint, dass mir das helfen könnte.

Also bleibt mir in Zukunft nichts anderes, als einen Therapeuten zu suchen, der das Ganze irgendwie anders angeht. 
Aber für die Suche hätte ich ja dann 2 weitere Jahre Zeit ;-)

Naja... mal sehen, was ich tun werde.
Den nächsten Therapietermin habe ich eh erst Ende November. Bis dahin habe ich genug Zeit darüber nachzudenken.

Bis dahin

L.H.P.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen