22. November 2017

[A-Z Teil 2] G und H

G... wie Geduld und Gesprächigkeit

Ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch. Gerade, wenn es um mich selbst geht. 
Wer schon mal das Vergnügen hatte und mit mir zusammenleben durfte/musste, wird dies wohl bestätigen können 😀 Man stelle sich vor, ich solle ein Regal zusammenbauen und irgendwie ist die Schraube viel zu groß für das bereits vorgebohrte Loch... natürlich versuche ich dennoch die Schraube dort hineinzuschrauben... und das so lange bis ich vor Wut platzen könnte. Kleiner Spoiler: Das geht ziemlich schnell. 
Gerade in Situationen, wo ich "nur mal eben..." etwas machen möchte und das nicht auf Anhieb so einfach klappt...da könnte ich.... 
In der Regel habe ich mich ziemlich gut im Griff. Es fliegen auch keine Teller, ich schlage nicht wild um mich und ausfällig werde ich auch nicht. Aber man sieht mir meine Wut dann schon gut an 😁 Bei anderen Menschen bin ich da meist etwas nachsichtiger. Gerade dann, wenn diese Personen auch einen Grund dazu haben, etwas langsamer zu sein, als ich mir das wünschen würde... alte Menschen, Kinder, Erkrankte oder vielleicht auch nur ein neuer Kollege oder Praktikant, der noch nicht genau weiß, wie der Hase läuft.
Auch bei den anderen Menschen, die nicht in diese Gruppierungen reinrutschen, bin ich noch sehr ausgeglichen. Zumindest nach außen... innerlich merke ich dann schon, wie es brodelt, kann es aber durch ein höfliches Lächeln oder eine helfende Hand gut kaschieren. Man könnte auch sagen, dass ich in diesem Moment mein schauspielerisches Talent unter Beweis stelle 😊

Wenn man mich kennenlernt, könnte schnell folgender erster Eindruck entstehen: 
"Oh, die redet aber viel". Und das ist in der Tat so. Und nicht nur viel, sondern meist auch noch schnell. Manchmal so schnell, dass....
ich mich in meinen Erzählungen selbst überschlage. 
Ich rede viel, wenn ich mich mit jemandem wohl fühle oder wenn ich mich aufgrund einer peinlichen Stille unwohl fühle und das Gefühl habe, ich müsse die Stille durch Reden füllen... 
Natürlich gibt es immer wieder Situationen, bei denen ich ziemlich still bin. Entweder, weil ich mit dem Thema nichts anfangen kann oder ich einfach dazu nichts sagen möchte, weil ich keine Lust auf eine Diskussion habe ODER wenn es einfach nur angebracht ist, zuzuhören. Denn obwohl ich viel rede, halte ich mich für eine gute Zuhörerin
Irgendwo habe ich mal gelesen oder gehört, dass eine Frau eine gewisse Anzahl an Wörtern am Tag "verbrauchen muss" und ehrlich gesagt, habe ich manchmal das Gefühl, dass das sogar stimmt. 
Und wenn ich diese während der Arbeitszeit nicht verbrauchen konnte, muss eben der Partner zuhause darunter leiden 😁


H... wie Helfersyndorm und Humor

Ich muss gestehen... bevor ich erkrankte, war mein Helfersyndrom noch viel ausgeprägter. Wahrscheinlich war auch das der Grund, weshalb ich mich damals für die Krankenpflege entschieden hab 😉
Immer dann, wenn ich das Gefühl habe, man kann durch Nächstenliebe und ein wenig Höflichkeit etwas helfen, dann habe ich das immer gerne getan. Keine Sorge... ein Heiligenschein ist mir in all den Jahren noch nicht gewachsen und den habe ich mir wirklich auch nicht verdient, aber bei vielen Situationen frage ich mich, wieso viele Menschen einfach nichts tun, wenn sie sehen, dass man etwas tun kann? 
Klassisches Beispiel: Einer Person fällt die Einkaufstasche runter und sooo viele Menschen laufen drum herum oder steigen über die am Boden liegenden Einkäufe?! 
Muss das sein? Ich denke nicht!
Ich schreibe in diesem Fall bewusst über die "kleinen Opfer", die man selbst erbringen kann (und es dennoch nicht so viele Personen tun), da ich selbst viele "große Opfer" auch nicht auf mich nehme. Zum Beispiel spende ich nicht regelmäßig Geld oder gehe (aufgrund meines Kreislaufs) nicht zur Blutspende. Ich finde es toll, wenn Menschen das tun und somit ihre Art der Nächstenliebe unter Beweis stellen. Aber diese Art von Hilfe ist ein viel größeres Thema, dass in diesem Fall zu ausschweifend werden würde.

Wäre das Leben nicht traurig und langweilig, würde man alles und vor allem sich selbst ständig ernst nehmen müssen? Gerade dann, wenn man erwachsen wird, müssen eben viele Dinge mit einer gewissen Ernsthaftigkeit betrachtet werden. Man muss über Absicherungen nachdenken, die Zukunft gestalten und eine Struktur im Leben aufbauen mit der man den Alltag bewältigt bekommt. Und gerade dann benötigt man doch eine ordentliche Portion Humor um diese ganzen Anforderungen auszugleichen. 
Ich bin eine ziemlich alberne Person und kann vor allem über mich selbst sehr gut lachen. Ich denke aber auch, dass das ziemlich wichtig und gesund ist. 
Man sollte sich zwischenzeitlich auch mal selbst auf die Schüppe nehmen und auch mal herzhaft lachen können... denn irgendwie geht das doch mit dem "älter werden" ein wenig verloren. Leider. 
Viele suchen Ihre Freunde und Partner mit dem Augenmerk auf den Humor aus. "Man sollte den gleichen Humor haben" ist da meist die Aussage. Und dem kann ich nur zustimmen. 
Man muss gemeinsam lachen können. Denn nur dann kann man die vielen ernsthaften Momente in einer Beziehung (welcher Art auch immer) ausgleichen. 
Wo gestritten und diskutiert wird, muss auch gelacht werden. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen